Great Ocean Road Roadtrip

In 7 Tagen von Melbourne nach Adelaide über die Great Ocean Road. Meine Reise, die Highlights und Tipps für die Route.

Angekommen in Australien geht es für mich nach 5 schönen Tagen in Melbourne weiter auf meinen ersten Solo-Roadtrip, der durch Zufall eigentlich nur einen Tag wirklich solo ist. Es soll eine der schönsten Roadtrips der Welt werden, die Great Ocean Road. Darüber hinaus soll es noch ein ganzes Stück die Südküste Australiens lang bis nach Adelaide gehen. Sieben Tage habe ich für die Strecke von ca. 1000 km geplant, und mir für diese Zeit einen Mietwagen angemietet.

Tag 1:

Am ersten Tag der Reise hole ich mein Auto ab, nicht ganz ohne etwas Bammel, da mein letztes Mal links fahren wieder über ein Jahr her ist. Aber nach den ersten 10 Minuten, in denen ich mich irgendwie aus Melbourne heraus manövriere mit dem Handy-Navi in der Hand, bin ich wieder ganz in meinem Element. Und es ist tatsächlich ein unheimlich schönes Gefühl, alleine im Auto zu sitzen und Richtung Küste zu fahren. Ganz in meinem Tempo. Das Wetter ist heute mässig schön, aber das tut meiner Stimmung keinen Abbruch.

Geelong
Geelong
Surfer Bells Beach

Erster Stopp ist das Örtchen Geelong. Dies ist die grösste Provinzstadt des Bundesstaates Victorias, eine interessante und charmante Industriestadt mit Geschichte. Die Uferpromenade, genannt Geelong Waterfront, ist tatsächlich ganz schön. Es gibt hier interessante Skulpturen, Cafés, Badebereiche und Grünanlagen. Auch sonst kann man in der Stadt wohl noch einiges unternehmen, wie z.B. sich das Wool Museum ansehen oder der Art Gallery einen Besuch abstatten. Da ich heute noch eine ganze Strecke vor mir habe, beschränke ich mich auf einen Spaziergang auf der Promenade und schieße ein paar Fotos.

Es geht weiter nach Torquay, einem netten Surfer-Städtchen in dem es vor allem verschiedene Strände gibt. Einige sind etwas ruhiger, wie z.B. der Fisherman’s Beach, andere, wie der berühmte Surferstrand Bells Beach ganz in der Nähe, warten mit wilden Wellen und schäumender Brandung auf. Es gibt hier sogar ein Surf World Museum, welches durchaus sehenswert ist. Nach einem Stopp am Bells Beach, an dem trotz des windigen Wetters ziemlich viele Surfer in den Wellen liegen, steige ich wieder ins Auto und  zuckele weiter die Küstenstraße entlang. Kurze Zeit darauf fahre ich dann durch das Tor zur Great Ocean Road, und erlebe einen dieser Glücksmomente der Reise, als genau in diesem Moment der Himmel aufreißt und die Sonne die umwerfende raue Schönheit der wilden Wellen zum Glitzern bringt und die Klippen vor dem dunklen Himmel in ein unwirkliches Licht taucht. Ein echter Wow-Moment.

Der Tag endet für mich einige Autokilometer weiter in Apollo Bay im YHA Eco Beach, was ich für eine Übernachtung durchaus empfehlen kann. An diesem Abend lerne ich meinen Travelbuddy für den Rest der Reise nach Adelaide kennen. Da wir zwei Autos haben entscheiden wir uns einfach eine Weile hintereinander her zu fahren. 

Tag 2:

Cape Otway LighthouseDie erste Etappe heute ist der Leuchtturm bei Cape Otway. Cape Otway ist sehr weit südlich und wohl immer ziemlich feucht und windig. Die Küste hier ist wunderschön und richtig rau. Am Leuchtturm ist es richtig stürmisch, aber der Ausflug ist schön und man kann hübsche Fotos knipsen.

Weiter geht es dann zum Highlight der Great Ocean Road, den Twelve Apostles. Es ist ziemlich voll auf dem Besucherparkplatz und wir entscheiden uns spontan einen Helikopterrundflug zu buchen. Wir warten auch nur 15 min und für 130 Australische Dollar werden wir 20 Minuten in einem echten Panorama-Hubschrauber über die einzigartigen Klippen geflogen. Ich bin total froh diesen Flug gemacht zu haben, denn die Ausblicke waren einfach gigantisch. Wieder zurück am Boden klappern wir die Highlights weiter zu Fuss und mit dem Auto ab. Eine Bucht, ein Ausblick ist hier schöner als der andere. Diese wilde, raue Natur, die hohen Wellen, die die Felsen mit ihrer Naturgewalt über Jahrhunderte ausgehöhlt haben – das ist einfach faszinierend anzuschauen.

Great Ocean Road View
Great Ocean Road View
Loch Art Gorge

Außer dem Hauptaussichtspunkt laufen wir noch die Gibson Steps hinab, die zu einem kleinen Strand führen und auch der Strand Loch Art Gorge lohnt sich definitiv. Insbesondere als tolles Fotomotiv. Alles in allem ist dieses Stück der Great Ocean Road zwar ziemlich voll von Touristen, da auch viele Tagesausflügler aus Melbourne ihren Weg hierher finden, teilweise in riesigen Bussen, aber trotzdem ist es hier eben auch einfach wunderschön! 

Abends übernachte ich in Port Fairy im YHA, auch dieses Hostel kann ich empfehlen. Außer mir waren hier nur etwas ältere Reisende unterwegs, und hätte ich nicht schon eine Verabredung zum Abendessen gehabt, hätte ich hier auch netten Anschluss gefunden.

Tag 3:

Wir machen uns auf den Weg, wieder schön hintereinander her in zwei Autos. Aber das klappt eigentlich hervorragend. Jeder hat seinen eigenen kleinen Raum und doch können wir die Highlights gemeinsam erkunden und das Alleine-Essen-Gehen hat sich auch wieder mal erledigt. Ich hatte wirklich immer Glück, dass ich nie lange alleine unterwegs war. Die Strecke von hier ab an der Küste lang ist schön und es wird viel weniger touristisch.

Antique Shop

Die Orte werden verschlafener, es gibt nicht mehr wirklich viel, außer mal einem Restaurant, einem Antiquitätengeschäft oder einem Supermarkt. Immer wieder halten wir in kleinen Orten am Strand oder für einen Kaffee und genießen die Ausblicke auf Meer. Diesen Teil der Strecke nach der Great Ocean Road und vor Adelaide muss man meines Erachtens nicht unbedingt gesehen haben, aber es ist ein entspanntes Reisen fernab von den Menschenmassen und man bekommt ein erstes Gefühl von den unendlichen Weiten und langen Straßen Australiens. Wir verbringen noch eine Nacht in einem kleinen Dörfchen und entscheiden uns am nächsten Tag zusammen nach Kangaroo Island zu fahren, was ich eigentlich an einem Tagesausflug besuchen wollte, da mein Mietwagen nicht mit auf die Fähre darf (beachten, die meisten Mietwagenfirmen verbieten das).

Tag 4:

Nach einem schnellen Kaffee und dem Einkauf von ein paar weiteren Decken, lasse ich also kurzerhand mein Auto an der Fähre in Cape Jervis stehen und springe zu meiner Reisebegleitung ins Auto. Nicht ganz ohne Schreck, weil ich natürlich erst mal meinen Geldbeutel in meinem Auto vergessen habe. Aber zum Glück noch alles gerettet. Ich begebe mich hiermit auf mein erstes offizielles und sehr spontanes Camping-Abenteuer auf Kangaroo Island und fühle mich mal wieder sehr abenteuerlich. Aber genau für solche spontan Entscheidungen wollte ich ja alleine losziehen.

Ferry Kangaroo Island
Ferry Kangaroo Island
Car with tent

Die Fährüberfahrt ist ziemlich wild und wellig, aber wir kommen mit dem Auto wohlbehalten am Ziel an. Das Wasser leuchtet türkisblau und wir werden mit einem sonnigen Nachmittag begrüsst. Wir fahren ein wenig über das wildschöne Kangaroo Island, das als Paradies bekannt ist für Wildtier- und Naturliebhaber, und suchen uns dann ein geeignetes Plätzchen zum übernachten. Dazu wird das ausklappbare Zelt auf dem Autodach geöffnet und fertig ist das Camping-Bett. Ich bin ein bisschen skeptisch und wie erwartet ist meine erste Nacht im Dachzelt nicht die ruhigste meines Lebens. Dafür sorgt ein Gruselfilm im dunklen Zelt für wildromantische Stimmung. Hat auch mal was. Abenteuerlich ist das nächtliche Laufen zur Toilette über den stockdunklen leeren Campingplatz, insbesondere nach dem Gruselfilm, in dem im dunklen Wald Kinder verschwunden sind. Haha, war eine super Idee.

Tag 5:

Dafür beginnt der nächste Tag mit dem schönsten was das Campen zu bieten hat: einem Camperfrühstück aus Mango-Bananen-Pancakes. Liebevoll auf dem Camping-Kocher zubereitet und natürlich mit Blick aufs Meer. So soll es sein. Wir fahren Richtung Nordküste an den Emu Bay, einen kilometerlangen, weissen Sandstrand, auf den man mit dem Auto fahren kann. Für uns ein besonderes Erlebnis, wo kann man das sonst schonmal?

Emu Bay
View Point Flinders Chase
View Point Flinders Chase
Flinders Chase Walk
Flinders Chase Walk

Wir baden im kristallklaren Wasser und dann geht es weiter in den Flinders Chase National Park. Hier gibt es verschiedene Wanderwege, von mehrstündigen Wanderungen, bis zu einem kurzen Rundweg gibt es verschiedene Alternativen die tolle Natur zu erkunden. Wir entscheiden uns für den kürzeren Walk, der uns durch einen Wald und über Wiesen führt und plötzlich sehen wir jede Menge Kängurus im Unterholz. Die Kängurus hier sind nicht sehr groß, aber sehr knuffig. Wir sehen sogar eine Mama mit ihrem Jungen. Nach der schönen Wanderung fahren wir noch ein Stückchen weiter die Straße lang bis zur Küste. Diese ist steil und wild und neben dem Aussichtspunkt Admirals Arch gibt es hier noch einen spannenden Felsvorsprung auf dem Hunderte von Seelöwen in der Sonne dösen. 

Nach dem Ausflug müssen wir uns beeilen einen Schlafplatz zu finden, da es dunkel wird. Wir schlagen unser Autozelt auf einem kleinen Campingplatz auf und gehen in dem sehr einfachen angeschlossenen Restaurant essen. Nachts regnet es in Strömen. Es ist ehrlich gesagt eine schreckliche Nacht. Zelten und Regen passen einfach nicht zusammen, es ist laut und alles wird feucht.

Tag 6+7:

Koalas
Koalas

Wir werden nach dieser grausamen Nacht mit einer kleinen Überraschung belohnt: Über unserem Zelt sitzen gleich drei Koalas im Baum und kauen auf ihren Eukalyptusblättern herum. Es ist toll diesen Wildtieren ganz nahe zu sein. Das Wetter ist heute sehr trüb. Wir fahren noch ein wenig über die Insel, gönnen uns noch ein leckeres Essen in einem Fischrestaurant (man kann hier vorzüglich Meersfrüchte essen) und dann machen wir uns auf den Weg zurück mit der Fähre aufs Festland. Diesmal ist ein ganzer Viehtransporter mit Schafen unterwegs, es sieht sehr witzig aus wie die hunderte Schafe ich Gleichtakt mit den Wellen auf dem Lastwagen schaukeln.

Mein Auto steht zum Glück noch da, wo ich es abgestellt habe und wir begeben uns auf letzten hundert Kilometer nach Adelaide, wo wir noch ein paar Tage bleiben wollen. Wir verbringen noch eine Campingnacht auf einem grossen, modernen Wohnmobilpark kurz vor der Stadt, bevor ich am nächsten morgen mein Auto dann am Flughafen abgeben muss. Im Nachhinein hätte ich mir die Leihgebühren echt sparen können, aber hinterher ist man ja immer klüger.

Adelaide

Adelaide selber ist ein nettes Städtchen, in dem es sich gut mal einige Tage aushalten lässt. Es gibt nette Restaurants und Cafés, man kann einen schönen Ausflug in die Weinregion machen, und alles ist in der Innenstadt sehr gut zu Fuss zu erreichen. 

Highlights Melbourne bis Adelaide: Melbourne selber ist super für 4-5 Tage, die Great Ocean Road ist wirklich wunderschön, die 12 Apolstels und der Helikopterflug (echt machen, das lohnt sich!), Loch Art Gorge, Kangoroo Island, Adelaide ist auch eine recht charmante Stadt, in der man es gut ein paar Tage aushält.

Lowlights Melbourne bis Adelaide: Die Strecke nach der Great Ocean Road bis Adelaide ist nicht mehr so spektakulär und alleine etwas langweilig zu fahren. Das Wetter ist generell hier unten recht unbeständig, Regen, Wind und Sonnenschein hatten wir alles dabei (im Februar, also Australischer Sommer).

Learnings & Tipps Melbourne bis Adelaide: Die Great Ocean Road ist wunderschön, aber touristisch schon etwas überlaufen. Ich würde versuchen sie entweder früh morgens oder am späten nachmittag zu fahren. Auf Kangoroo Island würde ich beim nächsten mal mindestens eine Tour buchen (es gibt zahlreiche) um auch wirklich die Wildtiere zu sehen, diese kommen nämlich am ehesten zu ganz bestimmten Uhrzeiten raus, die man nicht weiss wenn man selber über die Insel fährt. Und ich würde hier mindestens eine oder besser zwei Übernachtungen einplanen, die Insel ist doch ziemlich weitläufig. 

Finde hier noch mehr Reiseberichte aus Australien.

 

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2 thoughts on “7-Tage Roadtrip Great Ocean Road und Südaustralien – von Melbourne nach Adelaide”

    1. Hi 🙂 In Mittelamerika war ich schon viel (nicht auf diesem Trip, aber vor Jahren). Südamerika kommt noch. Wenn du Tipps hast immer gerne, bei Fragen auch. Ganz Liebe Grüsse

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