„Ja wie, du fährst noch mal los?!“ – „Warum warst du denn überhaupt zu Hause?“ –  „Musst du nicht mal irgendwann wieder arbeiten?? “ – „Sehr geil, ich will auch, kann ich mitkommen?“ – „Ich wusste von vornherein, dass du noch länger reisen wirst…“ – „Du machst das richtig“ – “ Ich könnte das nicht…“

…so ähnlich waren die Reaktionen über meine Entscheidung weiter zu Reisen.

Jetzt schreibe ich hier seit Wochen über das Wieder-Heim-Kommen. Aber im Grunde will ich das noch gar nicht. Hatte ich mal sechs Monate Reisen geplant, so war mir eigentlich nach ein paar Wochen unterwegs schon klar, dass mir das nicht reicht. Einmal infiziert mit diesem Freiheitsgefühl und der unendlichen Leichtigkeit des Seins beim Reisen, ist es ziemlich schwer das so schnell wieder herzugeben. Vor allem wenn zu Hause nichts so wirklich auf einen wartet (*Achtung Tränendrüsenalarm auf hohem Niveau*). Ok ja, Freunde und Familie zu sehen war natürlich mega toll und macht einem nochmal bewusst wie schön es ist, dass man zu Hause so viele grossartige, liebenswerte Menschen um sich hat. Mein Bruder hat geheiratet, was auch sehr schön war. Und mal wieder in meinen eigenen vier Wänden zu sein hatte auch was für sich. Aber insbesondere die Aussicht auf einen kalten, dunklen Winter fand ich dann doch einfach nur schrecklich (hatte ich schon erwähnt, dass ich kalte, nasse, dunkle deutsche Winter einfach nur mega ätzend und deprimierend finde?!).

“Wir reisen nicht, um dem Leben zu entfliehen, sondern damit uns das Leben nicht entflieht.“

Und es gibt vor allem noch sooo viel zu sehen und zu erleben da draußen und bin noch sooo neugierig und einfach noch nicht satt von der Schönheit dieser Welt und diesem wunderschönen Gefühl sie weiter entdecken dürfen. Und auch mich selber weiter entdecken zu dürfen. An jedem neue Ort und in jeder neuen Situation lernt man so viel über sich selber. Es ist einfach zu gut und ich möchte es noch nicht wieder gegen einen deutschen Komfort-Zonen-Alltag eintauschen (und ich kann es jedem einfach nur uneingeschränkt empfehlen…).

“Wenn du denkst, Abenteuer seien gefährlich, versuche es mit Routine. Diese ist tödlich.“ – Paulo Coelho

Nachdem ich also meine Ersparnisse kritisch betrachtet habe und noch ein wenig übrig ist, war für mich ziemlich schnell klar, dass ich nochmal weg will. Ich bin mir dessen bewusst, dass das ein sehr grosses Privileg ist. Ich bin dafür sehr dankbar. Noch mal ein paar Monate nicht zu arbeiten und nochmal ein paar Monate Abenteuer erleben. Und nochmal in der Sonne zu überwintern. Dafür sind teure Anschaffungen in nächster Zeit erstmal gestrichen. Mein geliebtes altes Auto (die einzige Konstante in meinem Leben seit 12 Jahren 😉 ) habe ich vor ein paar Tagen verkauft. Und eine Rentenlücke hab ich wohl auch. Aber ich habe gelernt, dass jeder für sich entscheiden muss, was die eigenen Prioritäten sind. Meine ist es momentan mir diese Auszeit so lange zu gönnen wie ich kann, wie sie mir wirklich gut tut und wie sie mich weiter bringt. Es ist gerade einfach nur wunderschön so frei und (meistens) in meiner inneren Mitte zu sein…

“Desto weiter ich reise, desto näher komme ich an mich heran.“– Andrew McCarthy

Und nach ein paar Monaten vornehmlich einfach nur Reisen und die Welt mit all ihren tollen Orten entdecken, möchte ich den nächsten Reiseabschnitt (na ja, neben dem Welt entdecken natürlich…) noch ein wenig mehr dem Lernen, der Persönlichkeitsentwicklung und dem Networken widmen.

Gerade bin ich in Andalusien, in dem super süßen Surf- und Hippiedorf El Palmar, in einem „Female Yoga & Coaching Retreat“. Bisher ist es einfach nur wunderschön und sehr bereichernd. Wundervolle Frauen, tolle Atmosphäre, großartige Location, leckeres Essen, supertolles Yoga, Surfen, viel Reflexion über das was man glaubt, ist und sein möchte, jede Menge neue Denkanstösse und eine riesige Portion Lebensinspiration. Mehr darüber  in einem meiner nächsten Blogposts…

Aber auch sehr reale Denkanstösse begegnen mir hier. Wie zwei Flüchtlinge, die vor ein paar Tagen vor unserem Tor standen. Scheinbar aus Marokko übers Meer gekommen. Wie geht man damit um? Wie verständigt man sich wenn man keine gemeinsame Sprache findet? Wie viel Möglichkeit hat man zu helfen und wo ist man einfach machtlos? Und wie kann es sein, dass wir hier in Fülle leben und nur ein paar Meter weiter Flüchtlingsboote ankommen und Menschen ihr Leben riskieren für ein Leben ohne Hunger und Leid? Und immer wieder das Gefühl, dass es uns verdammt gut geht und unser Gejammere so furchtbar oft auf so hohem Niveau ist. Es macht auch nachdenklich das Reisen. Selbst nur hier am südlichsten Zipfel Spaniens.

Und in Spanien bleibe ich auch noch eine Weile, unter anderem zum Spanisch lernen, danach geht’s nach Südamerika. So richtig viel geplant habe ich diesmal tatsächlich noch nicht. Auch das ist ein Learning aus den letzten Monaten: Sich mehr Treiben lassen und weniger Planen bringt mehr spontanes Abenteuer und die allerbesten Erlebnisse. Das ist Level 2 für Fortgeschrittene Alleinreisende sozusagen 😉

Stay tuned, es bleibt spannend und geht noch eine Weile weiter.

Danke fürs treue Mitlesen und Verfolgen meiner ganz persönlichen Reise. Ich hoffe ich kann dich immer mal wieder ein Stück mitnehmen. Wenn du Fragen hast zu irgendwas, z.B. der Planung, Routen, Weltreisepausen oder was auch immer… lass es mich wissen. Ich helfe gerne weiter oder schreibe liebend gern mal einen Artikel dazu. Just let me know ! 🙂

Liebste Grüsse aus dem sonnigen El Palmar und bis ganz bald… Deine Soul Travelista♥

 

⇒ Lies hier über die bisherigen Highlights meiner Reise um die Welt …

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