2 Monate unter Digitalen Nomaden. Ein neuer, spannender Abschnitt meiner Reise. Dieser Lifestyle scheint zu gut um wahr zu sein. An den schönsten Orten der Welt Leben und Arbeiten. Meine Beobachtungen und Erfahrungen schwarz auf weiß.

Ganze zwei Monate reise ich jetzt schon mit einer ganzen Crew von internationalen neuen Freunden durch die Welt. Letzte Woche sitzen wir zu viert in einem Steakhaus im Brasilianischen Küstenort Natal und verabschieden uns „für eine Weile“ voneinander. Ich sehe alle in wenigen Tagen an Silvester in Rio wieder. Und plötzlich wird uns bewusst, dass wir uns seit fast 8 Wochen auf dieser gemeinsamen Reise von Barcelona über den Atlantik mit Stops auf Teneriffa und den Kapverdischen Inseln, bis hin nach Brasilien befinden. 3 Kontinente, 3 Länder, 9 Städte. Und wir haben sogar schon nächste gemeinsame Ziele vor Augen. Und das sind nicht nur wir vier… an dem Ort, den ich als nächstes besuche warten weitere 25 Leute mit denen ich gemeinsam Weihnachten verbringen werde.

Ich weiß nicht,  wie viele Menschen in der Welt jemals zusammen auf so eine monatelange Journey gegangen sind… Aber ich muss gestehen: Ich liebe es! Je mehr Zeit ich in dieser für mich neuen Welt verbringe, mit Menschen die ihr Geld größtenteils von überall in der Welt verdienen können, desto mehr verrückte Ideen bekomme ich. Nächsten Winter ein Haus mit 10 Freunden auf Bali mieten für zwei Monate zum Leben und Arbeiten? Bis vor Kurzem hätte ich das noch mit einem verträumten Lächeln abgetan. Jetzt denke ich… ja das wär ’ne mega Sache. Einmal zu BurningAfrika gehen (die afrikanische Variante vom Burning Man)? Klingt ziemlich cool. Ein Female Life-Balance Retreat auf Kuba organisieren? Wir haben schon Brainstorming Sessions angesetzt und mein Flug nach Kuba ist fest eigeplant. Mit Airbnb weltweit Geld verdienen? Macht echt Sinn. In Paraguay oder Zypern eine Firma anmelden? Klar könnte man mal machen…

Klingt wild? Ist es auch ein kleines bisschen. Die Optionen scheinen endlos. Und man muss ziemlich aufpassen, dass man sich in der schönen „Lasstunsfürimmerferienmachen“-Welt nicht verliert. So schön das im Moment auch ist, mit Freunden an den schönsten Orten der Welt zu verweilen und tolle Ideen zu haben. Aber die Wahrheit ist: Es lässt sich auf Dauer nicht von Luft und Liebe leben. Selbst wenn man die Geoarbitrage ausnutzt und sein in westlichen Ländern verdientes Geld in Günstigländern ausgibt. Irgendwann ist es trotzdem endlich, wenn man es nicht schafft sich einen konstanten Einkommensstream zu kreieren. Außerdem, wer will wirklich ewig in einem Entwicklungsland leben um einen günstigen Lebensunterhalt zu haben? 

Herausforderung: Geld verdienen von unterwegs.

Erstmal das zu finden, was wirklich ein einträgliches Einkommen von unterwegs beschert, ist gar nicht soooo easy. Wenn es dann auch noch Herzensprojekt sein soll, wird es noch schwieriger. Mit der ersten Ideenfindung und vor allem deren Umsetzung hin zum ersten Geld auf dem Konto, haben die meisten angehenden Digitalen Nomaden doch etwas zu kämpfen. Es dauert vor allem seine Zeit bis Ideen Geld abwerfen oder erste Aufträge reintrudeln. Entrepreneurship braucht Zeit, gute Ideen, etwas Glück und viel Durchhaltevermögen. Als Freelancer eine Nische zu finden, die gutes Geld bringt ist möglich, aber nicht einfach (je nach Profession).

Und doch, ich glaube mittlerweile daran, dass es klappen kann ortsunabhängig Geld zu verdienen, wenn man sich echt dahinter klemmt und es wirklich will. Wenn man sein Ding findet. Oder seine Dinge. Und mit klarem Ziel und Verstand darauf hin arbeitet und einfach auch mal macht. Wie bei allem anderen im Leben eben auch. Man sollte nur nicht allzu blauäugig in die Sache starten. Aber dafür gibt’s ja von erfolgreichen Digitalen Nomaden mittlerweile genug Tipps um halbwegs clever loszulegen… Wenn es dich interessiert google es einfach mal, es gibt eine Fülle von Infos (Achtung auch viel Abzocke, also vorsichtig sein bevor du etwas kaufst!).

Herausforderung: Immer und überall im Internet?

Nun gut, jetzt habe ich dann als Digitaler Nomade (oder wie immer ich mich nennen mag…) also geschafft meinen Job auf Online und von überall in der Welt zu verlagern. Aber ist die Realität dann wirklich ein nicht endender Strandurlaub, wo ich mit dem Laptop Cocktails am Strand schlürfe? Eher nein. Arbeiten ist dann eben doch erstmal auch arbeiten. Dann aber eben nicht an einem aufgeräumten Schreibtisch mit ergonomischem Drehstuhl und optimalen Arbeitsbedingungen. Sondern im Zweifel entweder im Bett, an irgendeinem wackeligen Tisch im Café bei 35 Grad im Schatten, am Flughafen im Durchgangsverkehr oder sonst irgendwo einfach da, wo es ausreichend gutes Internet gibt. Mit etwas Glück im Airbnb oder in einem kühlen Coworking-Space.

Ausreichend gutes Internet ist sowieso der Knackpunkt bei allem was Online-Arbeiten angeht. Eigentlich hat das schlechte Internet letzte Woche mich erst dazu gebracht diese Zeilen zu verfassen. Weil wir in einer wunderschönen Villa mitten im Nichts untergebracht waren, die mit dem Wording „gutes Internet“ geworben hat und der Idee, dass wir dort alle easy peasy unsere Arbeit erledigen können. Nicht! Es war sooo slow, dass selbst WhatsApps oft nicht durchgingen. Es wurden anfangs 2-Stunden Timeslots zum Arbeiten vergeben, später wurde dann ein eine Stunde entfernter Coworking-Space angefahren. Für manch einen, der Kundentermine wahrnehmen musste, war diese Woche eine echte Tortur…

Erfahrene ortsunabhängige Arbeiter sagen, sie lassen sich immer von der Unterkunft einen Screenshot mit dem Internet Speedtest zusenden. Hilft meistens. Aber manchmal geht einfach nichts. Nicht verrückt machen lassen, Augen zu und Improvisieren. Ich weiß jetzt schon, sollte ich jemals wirklich so ganz dazugehören, muss ich echt lernen mich gaaaanz doll in Geduld zu üben. Für mich gibt es fast nichts schlimmeres, als wenn Technik nicht macht was sie soll 😉

Herausforderung: Reisen und Land entdecken vs. produktiv sein?

Sieht man eigentlich noch was vom Land wenn man produktiv sein muss? Wie bekommt man denn beim Reisen wirklich Arbeit erledigt? Ermüdet das nicht auch sehr? Ja und nein. Es ist definitiv kein Dauerurlaub. Aber wenn man clever und diszipliniert ist, kann man so arbeiten, dass man auch seine immer wieder neue Umgebung noch erkunden kann. Nur jeden Tag Weiterreisen ist eher nicht angesagt. Digitale Nomaden bleiben schon mal 1-2 Monate oder länger an einem Ort um eine produktive Arbeitsroutine zu etablieren.

Und ich merke auch: wenn man ständig von Gleichgesinnten umgeben ist, nimmt das echte Erkunden von Land und Leuten ab. Man tendiert dazu in seiner kleinen „Bubble“ zu leben. So ein bisschen wie der Tourist früher, der die Pauschalreise gebucht hat und am liebsten im Hotel bleibt. Das ist schade, weil das Reisen und Länder erkunden ja das war, was uns alle angetrieben hat… Ich schätze mal, hier muss jeder für sich versuchen eine Balance zu finden aus Alltag, Arbeiten, Zeit mit Gleichgesinnten und das Entdecken des Landes, der Leute und der Kultur, in der man sich gerade aufhält. 

Herausforderung: Nomadisch für Immer?

Kann man das ewig machen dieses Herumtingeln in der Welt? Fehlt nicht irgendwann ein stabiles soziales Netz oder einfach ein eigenes zu Hause? Ist man dafür nicht irgendwann zu alt um immer nur unterwegs sein… oder einfach auch irgendwann müde? Viele Nomaden, die ich kennengelernt habe leben nicht (mehr) dauerhaft nomadisch sondern haben schon ihre Hombase irgendwo. Oder planen sich eine anzuschaffen. Oder besser noch mehrere Homebases. Der ultimative Traum 🙂 Auf Dauer ist das ganz heimatlose Leben wahrscheinlich doch nicht das Non-plus-ultra. Für eine Weile sicher schon.

Für mich liegt der Reiz auch nicht darin dauerhaft in Thailand oder Bali oder Brasilien am Strand abzuhängen, sondern in der Multioptionalität, die einem dieser Lifestyle ermöglicht. Wenn ich ein paar Monate am Beach leben will, das kann ich das tun. Ich kann aber im Sommer auch in Deutschland leben und Zeit mit Freunden und Familie verbringen. Und trotzdem im Winter in Asien sein. Oder mal vier Wochen Skifahren wenn mir danach ist. So kann man das beste aus allen Welten erleben. Klingt erst mal zu schön um wahr zu sein oder? 

Mein Fazit über das Leben als Digitaler Nomade

Ich bin gerade erst eingetaucht in diese neue Welt. Es gibt Menschen die reisen schon jahrelang durch die Welt. Mich fasziniert dieses Lebensmodell und es wahnsinnig spannend so viele Menschen kennenzulernen, die ihr Leben nach ihren eigenen Regeln leben und gestalten. Und sich nicht an das halten was man vielleicht so tun müssten. Und viele können so ziemlich gut leben. Auch wenn nicht alles immer nur einfach ist. Und manchmal vielleicht auch etwas einsam. Zu dem Punkt kam ich ehrlich gesagt noch nicht, dank all der tollen Menschen mit denen ich aktuell zusammen reise.

Aber das Wichtigste: Dieses Leben ist möglich! Es ist auf jeden Fall eine inspirierende neue Umgebung und ich bin gespannt, wo es mich so hin verschlägt in den nächsten Monaten und Jahren…. 

Magst du mehr wissen? Findest du dieses Lebensmodell auch spannend? Möchtest du Tipps wo du am besten anfangen sollst? Lass es mich wissen, ich teile gerne alles, was ich bisher an Insights habe und stelle auch gerne mal eine Linksammlung zusammen 🙂 Alles liebe aus dem sonnigen Brasilien ♥

⇒ Magst du lesen wo meine Digitale Nomaden Journey angefangen hat? Hier geht’s zum Nomadcruise-Artikel!

⇒ So hat alles begonnen: Wie ich vor über einem Jahr meine Weltreise geplant habe: Von Kündigung, Vorfreude und Gefühlschaos.

 

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