DER Traumjob. DIE Berufung. DIE perfekte Idee. DIE Liebe des Lebens. DANN ist alles perfekt. Oder nicht?

So ein Quatsch. Warum wir uns nur selbst beschränken wenn wir in den Kategorien „ALLES-ODER-NICHTS“ denken und wie es anders gehen kann…

Ich finde es faszinierend, wie viele Menschen von irgendwas träumen. Dem perfektem Job. Endlich die Berufung zum Beruf zu machen. Die Berufung erst mal finden, aber dann… wird alles so wie es sein soll. Dem perfekten Partner. Der mehrjährigen Weltumsegelung oder Weltreise. Dem Traumhaus. Der Million. Und so weiter. An sich bin ich ein großer Fan vom Träumen. Ja sogar vom Tagträumen. Ich liebe es meine Träume und Visionen zu visualisieren und mich ihnen mit allen Sinnen hinzugeben. Ich mache das jeden Morgen nach dem Aufwachen. Und es ist vielfach bewiesen, dass dieses Visualisieren und sich in sein zukünftiges ICH so richtig Reinträumen einen Einfluss darauf haben, ob diese Visionen wahr werden. Weil wir uns mit unserem Körper und Geist darauf einschwingen (das Gehirn kann gar nicht gut zwischen Ralistät und Vision unterscheiden) und dann das Unterbewusstsein sozusagen im Schlaf darauf hinarbeiten kann. Wir fühlen uns ja schon so, als ob alles wahr wäre. Wir leben unseren Traum schon. Yay! Also go for it und träume!

ABER: Hör auf von Dingen zu träumen und sie dann doch immer wieder als unrealistisch abzustempeln und statt dessen in einer Schockstarre zu verharren. Wenn die perfekte Idee nicht kommt, dann kann ich kein eigenes Business gründen, also muss ich einfach da bleiben wo ich bin. Auch wenn ich nicht glücklich bin. Wenn ich meine Berufung nicht finde, dann kann ich auch einfach so weiter machen wie bisher. Ist ja dann auch egal. Oder ich weiß eigentlich schon lange was ich gerne machen würde, aber dazu fehlt mir das Geld. Das dauert alles viel zu lange. Ich bin sowieso zu alt. Ich habe Verpflichtungen. Wenn ich genug Geld hätte, dann würde ich mir eine Auszeit gönnen. Hab ich aber nicht und deshalb ist das keine Option. Wenn ich endlich den richtigen Partner finde, dann können wir gemeinsam ein neues Leben aufbauen. Aber wahrscheinlich kommt der gar nicht. Alleine hab ich nicht die Energie dazu oder es lohnt sich nicht. Die Sache mit den ganz grossen Träumen ist die: Sie erscheinen dir meist so gross und weit weg, dass du gar nicht erst den ersten Schritt gehen kannst.

Ich höre das so oft. Und ich habe auch lange so gedacht. Und bin genau da geblieben wo ich bin. An Orten an denen ich nicht sein wollte. In Jobs, die ich lange nicht mehr interessant fand. In Beziehungen, die mich schrecklich unglücklich gemacht haben. Und glaub mir, ich hatte einen verdammt langen Atem! Ich bin oft viiieeeeel zu lange geblieben. In der Hoffnung, dass alles besser wird. In der Angst vor Veränderung. In der Angst, dass es nicht besser sondern schlechter werden könnte (was NIE passiert ist!). Und sicher auch ein bisschen aus Bequemlichkeit.

Was ist der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit? Mehr Sinn? Mehr Authentizität?

Lass uns als das Thema mit dem Traumjob mal genauer anschauen. Eines der Themen über die ich mir selber viele Gedanken gemacht habe. Und ich kenne ganz viele, die in ihrem jetzigen Job nicht so wirklich zufrieden sind. Oder mit der Balance aus Arbeit und restlichem Leben. Tatsächlich sind die meisten Deutschen unzufrieden im Job.

Gerade wenn die ersten Schritte der Karriere gemacht sind, man eigentlich ganz gut dasteht, ein gutes Gehalt hat und eine vermeintlich gute Position, dann kommt bei vielen die Sinnfrage auf. War es das jetzt? Soll ich das noch 30 Jahre machen? Will ich wirklich noch weiter in der Hierarchie aufsteigen? Zu welchem Preis? Wo soll ich überhaupt hin? Ich habe so wenig Zeit für mich oder meine Familie. Eigentlich nervt mich einiges vom dem ziemlich, was ich jeden Tag tue… Und dann fängt man an zu träumen, von der einen genialen Idee die alles verändert. Davon, das eine Ding zu finden, was man dann Berufung nennt. Oder man weiss genau was man will, aber kann sich dann doch nicht vorstellen alles auf diese eine Karte zu setzen. Zu unsicher. Könnte ja schiefgehen.

Ich bin überzeugt davon, dass dieses Alles-oder-Nichts-Denken einen grossen Anteil daran hat. Dass der Berg einfach viel zu gross ist. Das Risiko. Die Anstrengung. Die meisten bleiben einfach da wo sie sind. Aber so muss es nicht sein. Es gibt in der heutigen Arbeitswelt so viel Alternativen zu einem klassischen 5-Tage-die-Woche-Angestelltenverhältnis (und auch das kann man oft mehr mit gestalten als man denkt und viel zufriedener werden!), aber die wenigsten wissen das wirklich. Ich wusste es auch nicht, bevor ich mich nicht auf die Suche gemacht hatte nach Alternativen. Ich hatte den Gedanken gar nicht, dass es echte Alternativen geben könnte zu dem was ich mache und wie. Weil es ja schon immer so war!

Aber das Arbeitsleben ist vielfältiger geworden als es das noch vor 10 Jahren war. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr sehe ich all die verschiedenen Modelle, die Menschen schon leben. Ungewöhnliche Wege auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick tun diese Menschen aber das: Sie verstehen was für sie wichtig ist und kommen Schritt für Schritt ins Tun, um dann langsam den Sinn, die Freiheit oder die Freizeit einzubauen, die sie brauchen um zufrieden zu sein. Und das ist nur selten ein: „ganz oder gar nicht“ oder „alles oder nichts“. Sondern ein langsames Einschleichen in die Veränderung. Und es ist meist auch nicht „die eine Sache“, ich mag z.B. das Wort Berufung nicht. Es ist eher eine momentane Richtung, die sich jetzt gut anfühlt und ins Leben passt. Und diese Richtung kann sich immer mal wieder ändern und angepasst werden. Das ist ganz normal und Teil eines zufriedenen Lebens. Leben ist Veränderung.

Beispiele von neuen beruflichen Optionen, über die es sich lohnt mal nachzudenken.

Ich habe ein paar berufliche Optionen und Modelle zusammengestellt, die eine Alternative zu einem klassischen Fulltime Angestelltenverhältnis sein können. Die eine Möglichkeit bieten, sich peu à peu mehr Sinn, Zufriedenheit und eine Beschäftigung zu suchen, die besser zu den persönlichen Werten passt. Wen oder was gibt es also aktuell schon?

Die Solopreneure. Einzelne Personen, die sich selbstständig gemacht haben. Nicht immer mit DER Idee, sondern mit einer Idee die ihnen kam, die zu ihnen passte oder mit mehreren. Ich kenne vor allem solche, die sich im Online-Bereich etwas Eigenes aufgebaut haben. Viele haben einfach neben ihrem Hauptjob damit gestartet. Das kann ein Blog sein (vielleicht ist ein Reiseblog heute nicht mehr die beste Idee um Geld zu verdienen, aber ein Blog, der eine gute Nische bedient kann durchaus noch eine Option sein!), Produkte die online verkauft werden, Ebooks oder Online-Kurse zu einem Thema bei dem man sich selber als Experte fühlt. Oder es können Services sein, die man anbietet auf Freelance-Basis. So kann man sich erste eigene Kunden suchen wenn man als Grafik-Designer arbeitet. Oder als Social Media Manager. Oder im Coaching Bereich. Wenn einem ein Bereich interessiert kann man sich erst Wissen aneignen und dann langsam auf Kundensuche gehen. Es ist hier sehr vieles möglich (was man erst gar nicht denkt) und meist kann man sich viel selber beibringen (oder Kurse besuchen z.B. sich online bei Udemy) und dann nebenbei erst mal schauen wie es läuft. Viele reduzieren dann nach und nach die Arbeitszeit in ihrem eigentlichen Job und bauen sich so langsam etwas auf. Oder nutzen ihren Urlaub. Auf mittlere Sicht entsteht hier dann mehr von dem was sie sich wünschen: Mehr eigene Interessen einbringen, mehr von dem machen was Spass macht, mehr Sinn und oft mehr Zeit und Freiheit wenn die Dinge starten zu laufen.

Die digitalen Nomaden. Sie leben oft komplett oder teilweise ortsunabhängig. Damit befriedigen sie vor allem ihre Lust auf Freiheit und Abenteuer, die im deutschen Büroalltag meist zu kurz kommt. Sie sind oft Solopreneure, Unternehmer und Freelancer. Aber es gibt auch solche, die im Angestelltenverhältnis remote arbeiten. Deutsche Firmen, die hier so weit sind das zu erlauben, gibt es noch nicht soooo viele, aber die Tendenz ist steigend. Und: Diejenigen, die ich kenne, die so arbeiten „dürfen“ kamen oft fast überraschend dazu und hätten sich das nie vorstellen können in ihrem alten Unternehmen. Sie haben gekündigt um auf Weltreise zu gehen oder um unterwegs eigene Kunden zu suchen und ihre Chefs haben dann überraschenderweise angeboten, den Job doch weiter remote zu machen (statt gar nicht, ja das passiert!). So kann es auch laufen wenn man sich einfach traut…. 

Die Mehrfach- oder Portfolio-Jobber. Von der Bankangestellten zur Floristin? Mag vielleicht mehr Spaß machen, aber realistischerweise wird das monatliche Gehalt deutlich niedriger sein. Nicht jeder kann und will so einen Komplett-Switch hinlegen. Muss er aber auch gar nicht. Wen eine neue Ausrichtung interessiert, der kann erst mal reinschnuppern in den neuen Job (z.B. an zwei Samstagen im Blumenladen aushelfen) und wenn es wirklich richtig gut ist finden sich neue Wege. Wie z.B. drei Tage die Woche in der Bank, zwei im Blumenladen? Und dann ist der Job in der Bank vielleicht auch wieder spannender wenn man nicht jeden Tag vor Ort sein muss.Vielleicht kommen noch ganz neue Optionen dazu, die einem vorher gar nicht eingefallen wären, wie ein spezieller Blumen-Service für die Bank? Oder was ganz anderes, wo beide Welten untergebracht werden können? Manchmal passieren Ideen unterwegs und zufällig. Mehrfach-Jobber gehen ihren verschiedenen Interessen nach und verdienen damit Geld. Sie gehen morgens in Büro und mittags auf die Schauspielschule und schauspielern dann damit. Oder am Wochenende auf den Kunst-Markt und verkaufen ihre Gemälde. Sie bauen sich ihre Lebens-Berufs-Balance so zusammen wie es sich gut anfühlt. Sie basteln sich langsam aber sicher ihr ganz eigenes Berufs-Portfolio auf.

Der Teilzeit-Angestellte. Manchmal muss es gar nicht so kompliziert sein. Ein Grossteil der Menschen wären in ihrem aktuellen Job eigentlich ganz glücklich, wenn er nur nicht so viel Zeit fressen würde. Und würden dafür sogar auf Gehalt verzichten. Einfach nur vier Tage die Woche arbeiten. Und dann drei Tage frei und eigenen Interessen nachgehen können. Hier gilt: Wer nicht fragt der nicht gewinnt. Nicht in jedem Job ist das machbar und möglich, aber es wird immer selbstverständlicher und die Unternehmen verstehen langsam, dass sie sich öffnen müssen für neue Wege wenn sie die guten Leute halten wollen. Wenn das eine Option sein könnte kann es nicht schaden einmal alles durchzurechnen und dann einfach mal nachzufragen. Vielleicht geht das einfacher, als du denkst.

Die Interim-Jobber. Eine Kategorie, in die ich mich gerade selber zähle. Menschen, die nicht mehr zwingend die Sicherheit einer Festanstellung brauchen und suchen, aber mit ihren Skills aus einem lange ausgeübten Job trotzdem auch Interimsweise am Arbeitsmarkt gefragt sind. Interim Management klingt erst mal so, als ob es nur was für ehemalige Geschäftsführer sei. Manager, die geholt werden wenn das Unternehmen in der Krise ist und die erstmal hart durchgreifen müssen. Es gibt diese Art der Interim Manager natürlich immer noch. Aber es werden auch in anderen Hierarchieebenen vermehrt zeitlich befristete Fach- und Führungskräfte gesucht. Zum Beispiel wenn das Unternehmen gerade in der Unsicherheit eines Joint Ventures oder ähnlichem steckt und nicht genau absehbar ist wie es personal- und standorttechnisch weitergeht (und vielleicht kein fest Angestellter gefunden wird oder eingestellt werden darf…). Oder als Elternzeitvertretung. Oder wenn besonders große, aber kurzfristige Projekte anfallen. Ich habe dazu im Vorfeld mit verschiedenen Personalberatungen gesprochen, die Interim Manager vermitteln, um mir ein genaueres Bild zu machen und mich anschliessend vermitteln zu lassen. Das für mich Schöne: Ich verdiene Geld mit dem was ich schon lange mache und kann. Ich kann meine Fähigkeit perfekt einbringen, mich schnell auf neue Situationen einzustellen. Und, der  Einsatz ist zeitlich auf einige Monate beschränkt. So dass ich danach entscheiden kann was ich mache: Direkt einen neuen Auftrag annehmen oder wieder intensiv an meinen eigenen Ideen weiter basteln und ein paar Monate Zeit dafür haben.

Der Unternehmer. Nicht auslassen will ich natürlich den Unternehmer. Darunter verstehe ich jemanden, der das Ziel hat, nicht nur als Solopreneur selbstständig unterwegs zu sein, sondern der ein ganzes Unternehmen mit Mitarbeitern gründen und aufbauen mag. Auch das ist heutzutage gar nicht mehr so kompliziert, wie es auf den ersten Blick aussehen mag. Die Investitionen sind meist gar nicht so groß wie man anfangs glaubt und es gibt unheimlich viele Fördermöglichkeiten und Programme. Eine gute Freundin von mir gibt mir hier laufend Updates über alles was möglich ist: von Universitätsprogrammen die Gründer finanziell unterstützen, über alle möglichen kostenlosen Veranstaltungen, Seminare und Netzwerke für Gründer, hin zu ganz neue Optionen wie Crowdfunding, die eine anfängliche Finanzierung sichern können. Es lohnt sich, sich da mal reinzufuchsen, wenn man eine Idee hat.

Soviel erstmal zum Thema Traumjob und den Alternativen oder Annäherungsmöglichkeiten. Ich hoffe ich habe dir ein bisschen eine neue Perspektive aufweisen können. Dir Möglichkeiten zeigen können, dass es nicht nur immer alles-oder-nichts sein muss, sondern es auch viele Lösungen irgendwo dazwischen gibt was eine berufliche Neuausrichtung angehen kann. Und dass man einfach nur mal anfangen muss, sich über das was einem wichtig ist Gedanken zu machen und dann einen ersten Schritt zu tun. Und dann einen zweiten. Auch ganz kleine Schritte zählen! (→ hier hab ich schonmal einen Artikel dazu geschrieben, wie man überhaupt erst mal anfangen kann rauszufinden wo man steht und was einem wichtig ist)

Im übrigen gilt das meines Erachtens auch für andere Träume im Leben. Wie zum Beispiel der Traum vom Leben im einen Haus am Meer. Ich bin mir sicher, ich besitze irgendwann dieses Haus am Meer (Visualisieren…Manifestieren…du weisst schon!). Aber bis es soweit ist muss ich nicht traurig in Deutschland sitzen und nur meinen Urlaub am Meer verbringen. Sondern ermögliche mir mit meinem Interim-Job-Modell, dass ich die Zeit, die ich nicht in Deutschland sein muss einfach am Meer sein werde. Oder vielleicht das nächste Mal einen Remote-Job finde den ich auch von dort aus machen kann. Dann besitze ich das Haus am Meer nicht, aber eine Wohnung in der Nähe vom Meer ist sicher drin. Vielleicht auch zweite Reihe. Aber hey, der Weg ist das Ziel und damit kann ich sehr gut leben. Und je mehr wir uns von dem ins Leben holen was uns Freude bereitet, desto eher ist es lebenswert. Jeden Tag. Und nicht nur in ferner Zukunft. 

Wie siehst du das? Welche Träume hast du, die dir vielleicht noch zu groß erscheinen? Welche lebst du schon? Bist du zufrieden mit deinem Job und deinem Leben?

PS: Das Titelfoto ist im April in Santa Monica entstanden. Los Angeles steht für mich für die Stadt der Träumer und Macher. Menschen kommen hierher weil sie ihren Traum Leben wollen! Diesen Spirit spürt man überall. ♥


Wenn du Lust hast dich mit deinem eigenen Life Design (so nennt man das, wenn man sich sein eigenes glückliches Leben zusammenstellt) intensiver auseinanderzusetzen, dann melde dich. Ich plane im Dezember (8. Dezember) einen ersten Test-Workshop in Düsseldorf zum Thema „Design a life you love“. Es geht darum sich schrittchenweise dem zu nähern was einen erfüllt. Und dann einen ersten konkreten Plan aufzusetzen (na ja eigentlich drei Pläne, aber dazu wann anders mehr),  wie man Neues angehen und ausprobieren kann. Am Ende des Tages wirst du eine viel konkretere Idee von möglichen nächsten Schritten haben und eine coole Community, die dich supported! Aktuell sind noch wenige Plätze frei… und vielleicht gibt es bald den nächsten Workshop… dann bist du auf der Warteliste! 🙂 Schreib mir bei Interesse an nina.lehmann@gmx.de 

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