Dein modernes Sabbatical: 10 Ideen wie du eine Pause vom Alltag sinnvoll nutzen kannst.

Du planst ein Sabbatical? Gönnst dir eine mehrmonatige Auszeit? Glückwunsch!! Eine Auszeit ist immer eine gute Entscheidung. Jetzt stellt sich dir vielleicht die nächste Frage. Wie willst du diese wunderbare freie Zeit für dich nutzen? Soll es die Weltreise werden? Willst du nur einfach mal nur entspannen? Oder gibt es da irgendwas, was du schon immer mal tun wolltest? Willst du wirklich nur einen kurzen Break von allem oder suchst du generell noch mehr? Stellst du dir auch Fragen darüber, wo du eigentlich langfristig im Leben hin willst? Was treibt dich an?

Ich bin letztes Jahr aus meinem Job ausgestiegen und erst mal Reisen gegangen. Es war ein Traum von mir, schon lange. Es war der Wunsch nach dem Gefühl endlich mal frei zu sein und tun und lassen zu können was ich will. Soweit so gut. Aber war das alles? Ehrlich gesagt nein. Ich war auch auf der Suche nach mir. Nach dem was ich mit meinem Leben noch anstellen will und kann in den nächsten 40 Jahren (wenns gut läuft). Und habe mich nach ein paar Monaten purem Genießen und Reisen auf intensives „Soulsearching“ begeben. Auf einer Reise zu mir selbst. Meinen Wünschen, Werten, Fähigkeiten und Leidenschaften. Der Frage, wie ich mein Leben eigentlich leben will.

Und war damit in bester Gesellschaft. Die Mehrheit der Langzeit-Reisenden über 30 die ich getroffen habe, hatten ähnliche Ideen. Nach einigen Jahren im Job und einem geregelten Alltag mit gutem Einkommen, kam die Frage nach dem: Und jetzt? War’s das? Den Wunsch sich selber besser kennenzulernen und vielleicht sogar später auch gar nicht mir in genau das gleiche Leben und den gleichen Job zurück zu kehren. Sondern andere Möglichkeiten für sich zu finden. Und viele haben diese Ideen unterwegs sogar schon mal ausprobiert und angefangen.

Früher sah ein Sabbatical eher so aus: Nach vielen Jahren harter Arbeit hat man sich ein paar Monate eine wohl verdiente Auszeit gegönnt. Um dann wieder mit frischer Energie zurück zu kehren in den alten Job. Das gibt es natürlich heute immer noch. Und das ist auch eine gute Sache! Aber man kann seine Auszeit auch nutzen, um seinem Traumleben dauerhaft ein bisschen näher zu kommen. Insbesondere in unserer digitalisierten Welt, in der z.b. Lernen fast immer und von überall möglich ist, wird das immer einfacher. 

Unterwegs auf meiner Reise habe ich viele Ideen gesammelt, was Menschen in ihren Auszeiten, ihren Sabbaticals alles so anstellen. Die besten habe ich für dich zusammengestellt:

1. Geh auf Reisen!

Ja ok, der Klassiker 😉 Aber ich würde jedem empfehlen, sich mal eine Weile um die Welt treiben zu lassen. Ohne klaren Weg und ohne klares Ziel. Insbesondere nach vielen Jahren im durchorganisierten Alltag ist das eine einzige Wohltat für Körper und Seele. Nichts tun zu müssen. Alles tun zu können. Und glaub mir, es kostet am Anfang richtig Entschlusskraft auch mal einfach nichts zu tun. Oder mal nicht dauernd weiter zu reisen ohne das Gefühl zu haben was zu verpassen. Langsam zu reisen, länger an Orten zu bleiben und wirklich in das Leben einzutauchen. Einige Wochen zu Reisen macht erstmal frei, schafft einen Abstand von allen scheinbaren Pflichten daheim, öffnet dein Herz für so viele neue Erfahrungen und erweitert deinen Horizont ungemein. Für mich war es essentiell erst mal eine Weile einfach nur die neue Freiheit zu genießen, bis ich wieder Lust hatte „produktiv“ zu werden. Und das kam tatsächlich dann von ganz alleine. 

2. Such dir ein Volunteering Projekt 

Insbesondere wenn eine Sache dich schon lange reizt und du der Gesellschaft etwas zurück geben magst. Als Lehrerin mal in einem armen Land aushelfen auch wenn du eigentlich Steuerfachangestellte bist? Oder vielleicht die Weltmeere von Plastik befreien. Irgendwo etwas mit aufbauen, möglicherweise einen Kindergarten. Oder irgendwo in der medizinischen Versorgung helfen. Es gibt Plattformen wie workaway.com auf der du in Unterkünften gegen Kost und Logis aushelfen oder bei Projekten mitmachen kannst. Es gibt aber auch Projekte für Professionals mit bestimmten Berufen, nennt sich oft Skilled Volunteering. Das könnte auch eine tolle Abwechslung sein, wenn du deinen Beruf zwar magst aber vielleicht etwas mit mehr „Sinn“ im Ausland ausprobieren möchtest. Ich war einen Monat in Fidschi im Kindergarten. Ich habe das absichtlich gewählt, weil ich sonst mit Kindern so wenig zu tun habe. Ein Kontrastprogramm und für mich sehr lehrreich und spannend. Achte nur darauf, dass du nicht zu viel bezahlst, viele Organisationen verdienen zu viel an der Vermittlung dieser Jobs. Eine Alternative wäre auch, wenn du einfach Firmen, die gerade erst starten und die du spannend und unterstützenswert findest, deine Skills für eine Weile für umsonst anbietest. Du kannst Website bauen? Programmieren? Oder bist gut im Social Media Marketing? Vielleicht kannst du damit wem helfen und vielleicht ergibt sich irgendwann sogar ein echter Job daraus…

3. Beschäftige dich mit dir selber! 

Ja mach das. Du hast endlich die Zeit und keine Ausreden mehr. Ich kenn das. Man kommt abends von der Arbeit und es geht einfach gar nichts mehr. Man will nur noch auf die Couch. Oder vielleicht gerade noch in die nächste Bar. Aber bestimmt nicht mehr über seine langfristige Lebensvision nachdenken! Puh. Ich hab keine. Mir auch egal. Gute Nacht. Aber so kommt man eben auch nie weiter. Ging mir sehr lange so. Nach ein paar Monaten Reisen und Nicht-Denken habe ich aber angefangen meine mitgenommenen Bücher aufzuschlagen. Sie durchzuarbeiten. Ich habe mir Podcasts angehört. Viele Blogartikel gelesen von Menschen die ich interessant fand. Ich saß mit meinem Notizbuch am Strand um im Café und habe mein Leben analysiert.  Was war gut vorher? Was nicht so? Was möchte ich mehr in meinem Leben haben? Was nicht mehr? Was kann ich besonders gut? Und was macht mir eigentlich wirklich Spaß? Was würde ich tun wenn Geld keine Rolle spielt? Diese und noch viel mehr Fragen haben ich mir gestellt. Immer wieder. Weil sie sich oft nicht schnell beantworten lassen. Und: Es hat sich nicht nach Arbeit angefühlt, sondern in dieser Umgebung und mit dem Gefühl von Freiheit sogar ziemlich viel Spaß gemacht mir nach und nach auf die Spur zu kommen. Du kannst dir natürlich auch Hilfe holen. Dir z.B. einen Coach suchen, der dich auf deiner Reise begleitet. Oder ein paar Tage ein Seminar belegen um mit Gleichgesinnten zusammen ganz fokussiert zu arbeiten. Es gibt viele Angebote dazu. Ich bin unterwegs auf die Methode „Designing your Life“ gestoßen und finde sie genial, es gibt hierzu auch tolle Workshop-Angebote (Aha-Retreats).

4. Starte ein eigenes Business

Nein, du sollst nicht deinen alten Job direkt gegen einen neuen tauschen (es sei denn du willst es). Aber du kannst deine Auszeit nutzen um endlich mal etwas auszuprobieren, wo du sonst nie zu kamst. Nebenbei, meist von überall auf der Welt und so lang und oft wie du magst. Du wolltest schon immer mal einen Blog starten? Gut, jetzt ist die Zeit. Oder du wolltest anfangen Immobilien zu renovieren und zu verkaufen? Probier es doch mal an einem kleineren Objekt aus. Oder eine App programmieren? Klar. Du hast immer davon geträumt Produkte aus Keramik herzustellen und einen Onlineshop aufzubauen? Jetzt hast du die Zeit und Muße dazu. Was immer es ist, was du schon lange als Idee mir dir rumträgst, in einer Auszeit kannst du einfach mal anfangen und es antesten. Auch um zu schauen ob es dir wirklich liegt und Spaß macht. Oder wirklich Potential hat. Ich habe z.b. unter anderem diesen Blog gestartet. Es ist bisher nur ein Hobby. Aber ich merke, wieviel Spaß es mir macht Artikel zu schreiben in denen ich meine Erfahrungen mit anderen teilen und sie inspirieren kann. Und ich habe unheimlich viel dabei gelernt, wer weiß vielleicht wird ja auch mal ein Business draus…

5. Lerne etwas Neues und investiere in dich 

Etwas Neues Lernen ist generell immer eine gute Idee und kommt im hektischen Alltag oft viel zu kurz. Dabei  ist das Lernen von Neuem das, was uns Lebendig hält und uns wachsen lässt. Vielleicht musst du auch noch einiges dazulernen bevor du dein eigenes Business starten kannst, wenn du schon eine Idee dazu hast. Vielleicht gibt es einfach schon lange Themen, die dich interessieren und die du besser kennenlernen willst. Heute ist es so unglaublich einfach geworden online fast alles, was du wissen willst kostenlos oder ziemlich günstig zu lernen. Kennst du Udemy? Hier gibt es Videokurse zu fast allen Themen, die du dir vorstellen kannst. Viele renommierte Universitäten stellen mittlerweile Kurse kostenlos online zum Lernen. Auf Youtube gibt es aus massig an Material. Natürlich kannst du auch mehr in eine gute Ausbildung investieren. Und viele davon kann man auch von überall aus machen. Es muss auch nicht alles online sein. Vielleicht ist für dich es ein Malkurs. Oder ein Segelkurs. Oder du machst endlich deinen Motorradführerschein. Vielleicht kannst du auch einfach Leute fragen, die schon das können was du Lernen willst, ob sie es dir beibringen… Es gibt so viele Möglichkeiten was Neues zu Lernen und es bringt einen immer ein Stückchen weiter. 

6. Lerne eine neue Sprache

Eine Auszeit bietet sich auch perfekt an, um eine neue Sprache zu lernen oder eine Sprache zu verbessern. Du wolltest schon immer Spanisch sprechen können? Warum lebst du nicht mal einen Monat in Spanien, Ecuador, Kolumbien oder irgendwo anders, wo man Spanisch spricht und machst dort einen Sprachkurs? Oder lernst Japanisch in Japan. Oder Italienisch in Italien. Hat den schönen Nebeneffekt, dass du in der Sprachschule schnell viele Leute kennenlernst und du nach und nach auch super mit den Einheimischen ins Gespräch kommen kannst. Du bleibst also kein Tourist, sondern kannst wirklich in das Land eintauchen, in dem du lebst. Ausserdem aktiviert das Lernen einer neuen Sprache das Gehirn, es hilft beim Lösen von Problemen und dem Treffen von Entscheidungen und erhöht die Gedächtnisleistung. Plus: Für künftige Jobs machst du dich auch zu einem interessanteren Kandidaten, wenn du mehr Sprachen sprichst. Na, wenn das nicht genug Vorteile sind…

7. Lese endlich alle Bücher aus deinem Bücherregal

Kennst du das? Du hast das Regal voller Bücher oder dein Kindle voller Ebooks oder zumindest hast du eine lange Liste an Buchempfehlungen, aber kommst einfach nie dazu sie mal alle zu lesen. Ich habe in meinem Auszeitjahr soviel gelesen wie lange nicht mehr. Insbesondere wenn das Internet nicht überall verfügbar ist, ist Lesen eine prima Sache und habe unheimlich viel mitgenommen für mich. Wenn dir noch Inspiration fehlen sollte, hier meine Buchliste!

8. Schreibe selber ein Buch oder E-Book!

Noch besser: Schreibe dein eigenes Buch. Es gibt ein Thema was dich brennend interessiert oder wo du Experte drin bist? Du hast schon spannende Geschichte erlebt? Oder du wolltest schon immer mal deinen eigenen Roman schreiben? Jetzt könnte die beste Zeit dafür sein. Wann sonst hast du so viel kreative Muse als in einer Auszeit. Du kannst dir komplett frei einteilen wann du wieviel schreiben willst. Morgens erst mal eine Runde schwimmen und dann mit dem ersten Kaffee gemütlich ein paar Seiten an deinem Lieblingsthema tippen. Und das beste daran: Du könntest dir damit ein langfristiges passives Einkommen sichern, wenn es sich verkauft. Heutzutage musst du auch nicht mehr unbedingt einen Verlag finden, sondern kannst ganz einfach über Amazon ein eigenes Ebook verkaufen, das nennt sich Self-Publishing. 

9. Nimm ein grosses Ziel in Angriff 

Es gibt etwas, was du schon immer mal tun wolltest, es erschien dir aber zu groß, zu schwer zu zeitaufwändig? Mach es zu deinem Ziel in deinem Sabbatical. Das kann zum Beispiel sein an einem Triathlon teilzunehmen. Oder vielleicht wartet auch das Dachgeschoss schon seit Jahren auf einen Ausbau. Vielleicht träumst du auch davon, dich im Tierschutz zu engagieren und willst 100 Hunden ein neues zu Hause besorgen? Oder dir selber einen Welpen holen und ihn erziehen? Ein Kochbuch einmal komplett durchkochen? Es gibt tausend Projekte, die es Wert sein könnten von dir in Angriff genommen zu werden. Natürlich musst du keine Rekorde aufstellen, es geht nur darum etwas zu tun, was zu dir passt und das bei dir das Gefühl hinterlässt etwas grossartiges geleistet zu haben. Das macht dich dann auch selbstbewusster für alles was du künftig in Angriff nehmen willst!

10. Begebe dich unter Menschen, die dich inspirieren

Ein Game-Changer in jeglicher Hinsicht! Insbesondere wenn du in deinem alten Leben das Gefühl hattest zu wenig inspiriert zu sein oder dir Leute zum Austausch deiner Ideen gefehlt haben. Suche dir Menschen, die dich in den Bereichen inspirieren, die dich interessieren. Es gibt zu jedem Thema Gleichgesinnte. Und ich hätte vorher nie gedacht, wie sehr es hilft von Menschen umgeben zu sein, die gerade in der selben Entwicklungsphase stecken wie du selbst. Oder solche, doe vielleicht sogar schon ein Stückchen weiter sind oder auch schon genau da, wo du hinwillst. Überleg dir wo sich dein Tribe aufhalten könnte. Wo willst du hin, was willst du lernen, welche Themen findest du spannend und magst dich dazu austauschen? Wo triffst du Gleichgesinnte? Welche Events gibt es? Wo trifft man sich online? Ich war im November mit auf der Nomadcruise, das war eine Atlantiküberquerung auf einem Kreuzfahrtschiff mit 500 Digitalen Nomaden (oder solchen, die es werden wollen). Lies hier meinen Artikel dazu. Das Beste daran: Ich habe viele neue Freunde gefunden, die genau wie oben beschrieben, entweder in derselben Findungsphase stecken oder schon ein paar Schritte weiter sind. Mit einigen habe ich regelmässige Mastermind-Calls über mehrere Kontinente hinweg. Mit anderen arbeite ich gemeinsam an Projekten. Man lernt voneinander, man tauscht sich aus, man inspiriert und motiviert sich. Und es tut einfach gut zu wissen, dass es noch mehr Menschen mit den gleichen Ideen, Visionen und Sorgen gibt.

Ich hoffe es war etwas für dich und deine Auszeit bzw. dein Sabbatical dabei. Am wichtigsten ist sowieso: Genieß es und mach dir eine geile Zeit! Und nochmal Glückwunsch zu der genialen Entscheidung. Die Beste. ♥

Weißt du schon, was du in deiner Auszeit machen möchtest? Brauchst du mehr Inspiration oder Tipps? Oder träumst du eigentlich immer doch noch von deiner Alltagspause und weißt nicht, wie du sie verwirklichen sollst? Schreib hier in die Kommentare oder schreib mir direkt  (nina@soultravelista.de) wie ich dir helfen kann! Immer sehr gerne 🙂 

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