Ein 4-Tages-Trip ins Red Centre, Australien. Uluru/Ayers Rock, Kata Tjuta und Kings Canyon – die rote, heiße, ursprüngliche Mitte Australiens…

Der rote Fels? Echt? Lohnt sich das wirklich? 

„Uluru“, so nannten ihn die Aborigines. „Ayers Rock“, so wurde es von den europäischstämmigen Australiern genannt. Es gibt also wirklich zwei Namen für das bekannteste Wahrzeichen Australiens, diesen fetten roten Felsen mitten im australischen Outback. Es ist nur ein riesiger Felsen, den ich schon tausend mal auf Fotos gesehen hatte. Muss man da wirklich hin!? Lohnt das echt? Die Anreise ist weit und teuer. Und das alles wegen einem Stein und voraussichtlich unerträglicher Hitze?! Nachdem ich nun schon zwei mal in Australien war und ihn jedesmal aus Zeit- und Kostengründen ausgelassen hatte, wollte ich jetzt dann doch mal hin und mit eigenen Sinnen feststellen ob es sich lohnt, oder eben nicht. 

Und ja, am Ende war dieses Erlebnis eines derjenigen, die es auf meine Liste der schönsten Orte geschafft haben! Und es ist nicht der Felsen selber, der wirklich so aussieht wie auf den Bildern…, sondern die gesamte Region dort in Australiens tiefster Mitte. Sie hat etwas magisches und lässt einen die eigentlichen Ursprünge Australiens erahnen. Trotz Kargheit und Hitze ist das Gebiet überraschend schön.

Nicht umsonst kämpfen die Aborigines schon seit Jahren für ein Verbot der Besteigung ihres heiligen Berges Uluru (was auch ab nächstem Jahr gilt!). Deshalb meine Empfehlung, wenn ihr das nötige Kleingeld und die Zeit habt: Schaut ihn euch, an den roten Felsen und den gesamten Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalpark und vor allem auch den Kings Canyon mit faszinierenden Ausblicken und tollen Hiking Möglichkeiten. Und vor allem, verbringt ein oder zwei Nächte im Swag auf dem roten, staubigen Boden und unter dem wundervollen Sternenhimmel. Magic! Das ist echt ein Erlebnis, was jeder mal gehabt haben sollte…

Planung & Organisation 

Für mich ging es also los auf einen 4-Tages Trip in einer organisierten Reisegruppe. Die Planung und Organisation dieser paar Tage war gar nicht so einfach. Die Flüge sind schon mal nicht sehr günstig – egal von wo aus. Am besten kommt man von Adelaide, Melbourne und Sydney dort hin. Eine Alternative ist nur ein seehr langer Roadtrip durch die Mitte Australiens. Wenn ich sage seehr lang, meine ich das auch. Die Strecken sind unendlich. Von Melbourne aus sind es über 2000 km, von Adelaide aus 1500km, von Darwin im Norden 2000km. Es ist sicher ein reizvoller Trip, aber dazu braucht man viel Zeit. 

Die Flüge gehen direkt nach Uluru oder nach Alice Springs, was allerdings eine 4-5-stündige Fahrt entfernt ist. Da der Flughafen in Uluru erst seit kurzem einigermassen erschwingliche Flüge anbietet, sind die meisten Touren von und bis Alice Springs ausgelegt. Hier lohnt es sich genau hinzuschauen, auch bei den Routenbeschreibungen der Touren – ich saß z.B. einen ganzen Nachmittag und den Morgen danach quasi umsonst im Bus, weil mein Unternehmen vom Gebiet um den Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark nachmittags erst nach Alice Springs und am nächsten morgen wieder 5 Stunden zurück nach zum Uluru gefahren ist. Warum? Weil das eben so ist 😉 Es machte keinen Sinn, war aber so ausgelegt.

Deshalb gut durchlesen, was ihr genau bekommt. Eine coole Übersicht über verschiedenen Anbieter habe ich im Blog von Reisebine gefunden https://www.reisebine.de/touren/red-centre-top-end/vergleich-uluru-touren, ich hatte die Reise mit „The Rock Tour“ gemacht, und kann diese mit Einschränkungen (zur Route!) empfehlen. Man kann das Gebiet auch auf eigene Faust erkunden – aber insbesondere als Alleinreisende ist es angenehmer sich von einem Guide durch die heisse, australische Weite fahren und führen zu lassen und die Gruppe war auch sehr angenehm.

Erlebnisse auf der Tour 

Tag 1

Am Ostersonntag ging es also für mich los. Ich landete am Flughafen von Uluru und wurde einige Zeit später von unserem Tourguides abgeholt. Wir saßen zusammen mit etwa 18 Leuten in einem Kleinbus, die Truppe war ziemlich jung, international und eine Mischung aus Reisenden und in Australien lebenden Wochenendurlaubern. Am ersten Nachmittag fuhren wir direkt zu Uluru, dem legendären roten Felsen. Es war sehr heiss, weshalb auch ein Aufstieg auf den Felsen nicht möglich war (ab 36 Grad wird der Aufstieg geschlossen). Wir sind also einmal halb um den 3 km langen, 2 km breiten und 863 m hohen Felsen drumrum gelaufen. Haben uns die verschiedenen Höhlen, die von den Aborigines genutzt und bemalt wurden zeigen und erklären lassen. Spannend ist, dass es z.B. sogenannte Frauen-Höhlen gibt, in denen die Frauen damals ihre Kinder geboren haben. Diese dürfen auch heute noch nicht fotografiert werden, aus Respekt vor den Ahnen.

Wir fahren danach zu einem Campingplatz. Bekommen alle unsere Swags – das sind Matratzen mit einem integrierten Mini-Zelt (wo der Kopf rausschaut) und Schlafsäcke, die wir auf die rote Erde legen. Dann fahren wir zum Sonnenuntergang nochmal zurück zu einem Aussichtspunkt, von wo man den Ayers Rock aus der Entfernung sieht. Unser Tourguides kocht Essen im Wagen für uns, und mit einem Bierchen und Nudeln in der Hand schauen wir uns gemeinsam die untergehende Sonne hinter dem Uluru an. Der sowieso schon rote Fels leuchtet für einige Momente in einem wirklich magischen rot-orange. Es ist wie auf den Bildern, aber in Echt doch noch tausendmal schöner!

 

Zurück geht es ins Camp. Wir richten uns unter Vollmond und Sternenhimmel ein. Es ist viel zu warm für den Schlafsack. Und so liege ich mit Shorts und T-Shirt quasi direkt auf dem roten, staubigen Boden und hoffe, dass keine Insekten und Schlangen in der Nacht über mich krabbeln oder an mir knabbern. Schon ein bisschen seltsam und ungewohnt. Der Mond scheint so hell, dass ich kaum schlafen kann. Wurdet ihr mal vom Mond geblendet?! Ich jetzt schon 😉 Irgendwann falle ich auf der harten Matratze in einen etwas unruhigen Schlaf. Um wenige Stunden später, noch in der Dunkelheit, von lauter Musik geweckt zu werden. Unser Guide spielt einen Song, der mich lange an diese Tage erinnern wird. Es ist „Air“ von Talisman. An sich schon irgendwie spuky & magic. Aber morgens um 4:30 unter Sternen im australischen Outback ist der Song sowas von unglaublich passend, dass ich heute noch eine Gänsehaut bekomme wenn ich ihn höre.


Tag 2

Nach dem besonderen Weckservice fahren wir wieder zu Uluru und frühstücken bei Sonnenaufgang. Man könnte meinen, dass das doch quasi das gleiche ist, wie am Abend zuvor. Aber der Sonnenaufgang am Uluru hat nochmal eine ganz andere Stimmung…Wie schön mit Kaffee in der Hand früh morgens an diesem Ort zu sein. Diesmal auch fast alleine. Der Sonnenuntergang ist deutlich stärker frequentiert.

Danach geht es zurück in den Van und und Richtung Kata Tjuta. Wir unternehmen eine wunderbare 3-stündige Wanderung durch das „Valley of Winds“. Echt schön hier, fast noch spannender als am Uluru selber. Schöne Ausblicke und spannende Felsformationen. Nach der Wanderung fahren wir einige Aussichtspunkte ab, von denen man aus der Weite einen tollen Blick auf die Kata Tjuta Felsen hat. Auf dem weiteren Weg kommen wir an verschiedenen Salzseen vorbei. Riesigen weissen Flecken in der rotsandigen Landschaft. An einem stoppen wir. Wow! Wirklich ziemlich cool mal auf einem echten Salzsee zu stehen… wir machen ein paar witzige Fotos und kommen ein wenig später in unserem Nachtquartier bei Kings Canyon an.

Noch eine Nacht unter Sternen steht bevor, diesmal stehen aber auch ein paar Zelte zur Verfügung – von denen ich mir eines schnappe, um nicht noch eine Nacht vom Mond geblendet zu werden 😉 Jetzt wird es wieder gemütlich. Ein Lagerfeuer wird entzündet, wir kochen gemeinsam Chili Con Carne und halten auf langen Stöcken Marshmellows so lange ins Feuer, bis sie fast schwarz sind (dann sind sie am besten!!). Tolle Atmosphäre in einer echt coolen Gruppe. So habe ich sie mir vorgestellt, die Australian Outback Experience.


Tag 3

Wieder wurde uns kein Ausschlafen vergönnt. Wieder lief das mystische „Talisman“ in Dauerschleife, bis wir uns alle müde aus den Swags geschält, ungeduscht fertig gemacht haben, und in den Van gekraxelt sind. Aber ich liebe diese Morgenatmosphäre im Outback. Es ist einfach so anders, so mitten in der Natur. Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann mal Campen mögen könnte. Aber es ist einfach mega cool unter Sternen einzuschlafen und mit der aufgehenden Sonne aufzuwachen…

Heute steht uns nochmal eine grosse Wanderung im Kings Canyon bevor. Und da es ab 11 Uhr viel zu heiss ist, um in der Sonne zu laufen, müssen wir eben früh los. Der Kings Canyon ist Teil des Watarrka-Nationalparks. Imposante Felswende und schroffe Abgründe, sowie eine kleine Oase in Form eines Flusses tief in der Schlucht, machen diese Wanderung unvergesslich. Kann ich definitiv empfehlen. Von der Vielfalt der Landschaft her, war der Kings Canyon fast das Highlight der Red Centre Tour. 

Wir fahren nach der Wanderung nach Alice Springs. Eine lange Fahrt. Nach einem Abendessen schlafen wir dort in einem Hostel. Grundsätzlich ganz in Ordnung.


Tag 4

Am Tag vier geht es eigentlich nur die ganze Strecke von Alice Springs zurück nach Uluru. Dafür stehen wir um 5 Uhr auf und fahren wieder viele Stunden…puh! Das ist der Part der Tour, den ich nun etwas unsinnig finde 😉 Gegen Mittag fliege ich zurück nach Sydney.

Fazit

Uluru hat mich fasziniert. Der Ort ist irgendwie – trotz all der Touristen – magisch. Wenn du so eine Tour machst, dann versprich mir, dass du dich auf das SchlafenUnterSternen einlässt. Es fühlt sich erst ein bisschen seltsam an, auf dem Boden ohne Zelt zu liegen. Aber es ist die Erfahrung definitiv wert!!! Ich könnte mir sehr gut vorstellen nochmal irgendwann eine Outback Tour auf eigene Faust zu machen. Aber als Einstieg und um Uluru/Ayers Rock endlich mal gesehen zu haben, war es eine tolle Sache dies in der Gruppe zu machen. Wie vorhin schon geschrieben: Recherchiere nur gut wo Start-und Endpunkt der Tour sind um nicht zuviel Zeit im Auto zu verbringen!

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Wo warst du schon in Australien, wo hat es dir am besten gefallen? Was sind deine Erfahrungen mit Gruppenreisen? 

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