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Fernando de Noronha. Ein wahrer Inseltraum in Brasilien. Aber leider kein Schnäppchen. Highlights, Tipps & ein paar Ideen für den kleineren Geldbeutel.

Ich hatte das Glück 5 Tage auf DER brasilianischen Insel schlechthin zu verbringen. Wenn du Brasilianern sagst, dass du nach Fernando de Noronha fährst, kommen sie alle ins schwärmen. Die Wenigsten waren schon dort, da es einfach für viele ein sehr teurer Spaß ist. Aber Fernando de Noronha gilt bei vielen ganz einfach als die schönste Insel Brasiliens.

Fernando de Noronha ist eine brasilianische Inselgruppe vulkanischen Ursprungs mitten im Atlantik, etwa 350 km östlich des brasilianischen Festlandes. Man erreicht sie per Flugzeug von Recife oder Natal aus, beides etwa eine Stunde Flug. Die Insel ist ein echtes Paradies mit wunderschönen Stränden, bizarr-prägnanten Felsformationen und eine sehr lebendigen Tierwelt über, aber vor allem auch unter Wasser. Delfine, Rochen, Haie, eine Vielzahl von bunten Fischen und riesige Schildkröten… all das kann man dort auf wenigen Quadratkilometern hautnah erleben. 

Und die Brasilianer schützen ihr Naturparadies: Es dürfen immer nur 240 Touristen gleichzeitig auf die Insel (wenn es voll ist gibt keine Flüge mehr) und es werden Natursteuern fällig (6 Tage kosten etwa 100 Euro, hier ist der Link zur offiziellen Homepage mit der Kostentabelle), die bei Ankunft am Flughafen gezahlt werden. Etwas irritiert hat mich, dass dazu dann nochmal ca. 70 Euro fällig werden, wenn man den Nationalpark besuchen will. Und da kommt man hier nicht drum rum, da über die Hälfte der Insel Nationalpark ist und natürlich in diesem Bereich all die schönen Strände und Naturerlebnisse zu finden sind.

Das ist dann auch schon der „Nachteil“ dieser grossartigen Insel, der mich am ersten Tag ganz schön hat schlucken lassen. Unterkünfte und Restaurants sind im Vergleich zu anderen Orten in Brasilien auch wirklich teuer – ich würde sagen Preise wie in den grossen Metropolen Europas in etwa. Auch für Ausflüge und Tauchen muss man ordentlich in die Tasche greifen.

Aber – nichtsdestotrotz würde ich jedem, der Natur liebt oder vielleicht sogar noch gerne taucht und auf seinem Brasilientrip den Norden Brasiliens besucht, empfehlen hier ein paar Tage zu verbringen! Es lohnt sich! Und nach meinen ersten paar Stunden Schmollen wegen der ganzen Gebühren, die ich natürlich NICHT recherchiert hatte, fiel es mir am Ende wirklich schwer dieses Fleckchen Erde zu verlassen. Auch wenn es touristisch gut ausgebaut ist, hat die Insel doch viele tolle unberührte Ecken, die mit faszinierender Natur und Artenvielfalt aufwarten können.


Lieblingsorte, Highlights & Must Do’s auf Fernando de Noronha:

1. Die Traumstrände mit dem eigenen Buggy abklappern! 

Die 3 besten Strände der Insel, die es regelmäßig in die Top-Beach Listen dieser Welt schaffen sind…

  • Baia do Sancho – DER Strand überhaupt. Eine grosse Bucht im Norden der Insel, von eindrucksvollen Klippen umschlossen. Von Parkplatz aus führt eine 1 km lange Wanderung zu Strand. Über eine enge Treppe darf man dann zum Strand herunterklettern. Achtung: Man muss eine gewisse Grundfitness mitbringen. Ausserdem wichtig: Nur jede volle Stunde wird gewechselt zwischen Ab- und Aufstieg. Das heisst wenn man zur falschen Zeit ankommt, muss man warten bis man runter darf und umgekehrt. Wasser, Snacks und Sonnencreme mitnehmen. Als wir dort waren, waren die Wellen sehr hoch, deshalb durften wir nicht baden. Meistens ist es aber wohl deutlich ruhiger.  
  • Praia do Leao  – Auch ein wunderschöner Beach, im Südwesten gelegen. Ein sehr weiter, grosser Strand umgeben von Felsen. Hier lässt es sich auch gut schnorcheln.
  • Baia dos Porcos  – Im Norden gelegen. Klein, aber sehr fein! Eine ganz andere Szenerie als die ersten beiden Strände. Die Felsformation Dois Irmãos ragt prägnant aus dem Wasser. Baia dos Porcos ist nicht ganz einfach zu erreichen, aber es lohnt sich. Man muss einen Umweg über den Nachbarstrand Cacimba do Padre laufen und ein paar Felsen entlang kraxeln um den Strand zu erreichen. Dafür hat man ihn fast für sich. Auch ein toller Schnorchel-Spot.

Auf der Insel gibt es auch Busse oder es lassen sich Ausflüge buchen (Auto+Boot). Wir haben uns zu fünft einen Beach Buggy gemietet und sind damit drei Tage über die Insel gecruist. Und das kann ich auch jedem empfehlen (Kostenpunkt ca. 60Euro am Tag). Es macht Spass, ist ein bisschen abenteuerlich (my favorite thing!) und man ist sehr flexibel und selbstständig unterwegs. Also eine definitive Empfehlung für alle, die unabhängig unterwegs sein wollen.

2. Tauchen gehen (oder wenigstens Schnorcheln) und Haie und Schildkröten hautnah erleben!

Fernando de Noronha ist ein Taucherparadies. Wir waren nicht ganz in der richtigen Jahreszeit da, das Meer war etwas zu rauh und daher die Sicht zwar sehr gut aber nicht excellent. Die Wassertemperatur lag bei etwa 30 Grad, also kuschelig warm. Die Tauchgänge waren abwechslungsreich mit vor allem einer sehr abwechslungsreichen Tierwelt (die Korallen fand ich anderswo schöner). Wir haben zahllose Riesenschildkröten gesehen, Haie, Rochen und vieles mehr. Delfine habe ich nur gehört, aber sie tauchen hier eigentlich täglich auf (man muss nur früh aufstehen). Besonders toll ist ein Tauchspot am Außenriff, der selten angefahren wird, da er weit weg ist und auch nur für erfahrende Taucher geeignet ist. Er ist in der Nähe der Ilha de Trinta Reis, man sieht ganz fantastische Felsformationen unter Wasser und Möglichkeiten durch verschiedene kurze Höhlen durch zu tauchen. Mega schön! 

Allerdings: Tauchen ist hier auch nicht ganz billig. Offiziell gibt es einen Tauchgang ab ca. 650 BRL (150Euro inkl. Equipment). Allerdings gibt es (deutlich!) günstigere Offers für Cash-Zahler. Am besten einfach mal nachfragen. Ich war mit der Tauchschule Aguas Claras tauchen und sehr zufrieden. Es gibt einen Bankautomaten auf der Insel, der allerdings nicht immer geht. Es macht Sinn genug Bargeld mitzunehmen. Vieles ist in bar deutlich günstiger.

Schnorcheln ist die zweitbeste Alternative. Ich mag das ja nicht so gern 😉 aber man sieht auch hier Schildkröten und kleinere Haie im Wasser (und viele Fische). An der Praia da Atalaia kann man besonders gut schnorcheln, da es hier Naturpools gibt, allerdings ist der Zugang beschränkt (ich sag ja die Brasilianer schützen ihr Paradies, vielleicht ein kleines bisschen zuuuu sehr manchmal…). Das heisst, man muss sich beim Informationscenter anmelden, um auf die Besucherliste zu kommen. Am besten macht man das direkt nach Ankunft. Aber keine Angst, das Prozedere betrifft nur diesen einen Strand alle anderen kann man mit der Nationalpark-Karte besuchen (die man auch im Informationscenter bekommt). 

3. Jeden Tag den grandiosen Sonnenuntergang anschauen!

Die Sonnenuntergänge auf Fernando de Noronha sind einfach nur gigantisch schön. Diese schroffe Felskulisse zaubert wunderbare Bilder. Es gibt viele tolle Orte für den Sonnenuntergang an der Nordseite der Insel.

Mindestens einmal solltest du den Sonnenuntergang von der Bar do Meio Noronha aus anschauen, sehr nett und gechillt hier und von dem kleinen Städtchen aus gut zu Fuss zu erreichen (am Praia da Conceição). Man kann sich auch selber 2-3 Bier mitbringen und etwas abseits hinsetzen, dann muss man nicht die teuren Bier an der Bar kaufen. 

Noch einen ticken schöner fand ich den Sonnenuntergang am Praia do Boldro in einer Bar, die zu einer kleinen Beachunterkunft gehört. Casa do Gerson. Absolut relaxed. Hippie-Surf Atmosphäre und Pizza und Bier zu echt fairen Preisen. Wunderbar! Anfahrt besser mit dem Buggy, man kann es vielleicht aber auch laufen. 

Den schönsten Fernando Sunset hatte allerdings ich von einem Tauchboot aus. Ein riesiger Sonnenball der über dem Meer verschwand, einfach nur WOW ♥

4. Mit Delfinen durchs Wasser schippern…

Ja ich gebe zu ich hab’s verpennt. Ich bin ein paar mal echt früh aufgestanden zum Tauchen und für die Beachtouren. Und war dann echt zu müde es nochmal zu tun 😉

ABER: Ich habe mir sagen lassen, dass es jeden Tag ein Delfinspektakel gibt. Eigentlich eine Delfin-Garantie. Wenn man früh genug (so gegen 7) im Hafen ist, schwimmen sie hier immer herum. Man kann sich extra Bootstouren buchen – die ich Nicht-Tauchern empfehlen würde. Oder auch Kanus ausleihen und damit durchs Wasser und vorbei an Deinen schippern. Sollte man allerdings am besten am Vortag buchen. Ein Ort für Delfin-Watching ist auch der Aussichtspunkt Mirante dos Golfinhos.


Tipps für Unterkünfte, Essen & Sonstiges 

Unterkünfte

Fernando der Noronha ist wie gesagt nicht ganz preiswert, um nicht zu sagen ein Budgetkiller 😉 Ich habe in einem Hostel gewohnt und mir ein Zimmer mit 7 Brasilianern geteilt und dafür ca. 30 Euro die Nacht gezahlt. Mein Hostel war das Vila Hostel, ich kann es durchaus empfehlen. Sehr nette und hilfsbereite Besitzer, eine gut ausgestattete Küche und es fühlte sich ziemlich heimelig an. Es werden auch Privatzimmer angeboten.

Wer es etwas luxuriöser möchte dem sei die Vila Mar empfohlen, ca.90 Euro die Nacht für ein hübsch eingerichtet Doppelzimmer, oder die Pousada Naiepe. Auch schön eingerichtete Zimmer und sehr zentral. 

Essen & Trinken 

Auch hier gilt: In den meisten Restaurants zahlt man gute Münchner Preise. Für mittemässiges Essen. Meine Alternative war: Im Supermarkt was einkaufen und es entweder on the go essen bzw. beim Picknick (also ein Pizzastückchen oder Brot mit Käse) oder im Hostel in der Küche zubereiten… 

Einige Restaurants bieten Buffet an, welches nach Kilopreisen abgerechnet wird. Ich kann das Sāo Miguel fürs Buffet empfehlen. Auch sehr lecker und preislich im Rahmen ist der Burger Laden Burgueria Noronha.

Weitere Tipps zu Geld, Reisezeit etc…

  1. Bring genug Bargeld mit! Es gibt einen Geldautomaten. Aber der geht wohl nicht immer, Und viele Anbieter machen spezial Preise bei Barzahlung. Bargeld bringt dir also oft Preisvorteile. Abheben kann man an brasilianischen Geldautomaten nur 1000 BRL (ca. 250Euro).
  2. Beste Reisezeit ist September bis März, hier ist es trocken. Januar ist die Hauptreisezeit der Brasilianer, da wird es voll. Das Meer wird etwas aufgewühlter ab ca. Dezember. Wenn du also ruhiges Meer bevorzugst (besser zum Schnorcheln und Schwimmen) solltest du besser vor Dezember anreisen. Die Schildkröten nisten zwischen Dezember und Juli. Es ist ganzjährig warm auf der Insel!
  3. Reise am besten in einer kleinen Gruppe. Dann ist es günstiger sich z.B. einen Buggy zu teilen oder auch eine eigene Bootsfahrt zu buchen.
  4. Buche frühzeitig, es werden nicht so viele Leute auf die Insel gelassen.
  5. Bedenke die Kosten, die auf dich zukommen bezüglich Steuern und Nationalparkfees.
  6. Gehe direkt nach Ankunft ins Informationscenter und trage dich für den Strand ein (siehe oben) und kaufe deine Nationalparkkarte!
  7. Rege dich nicht über die brasilianische Bürokratie auf, lohnt sich nicht. Wenn du au der Insel bist weisst du was ich meine. Manchmal sind die Sachen umständlich, fast wie in Deutschland 😉

Und dann: ENJOY das Paradies auf Fernando de Noronha!

Warst du schon mal in Brasilien? Wie hat es dir gefallen? Oder planst du eine Reise dorthin? Ich würde mich freuen, wenn du deine Erfahrungen teilst! ♥


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