Du  hast eine individuelle Japan Rundreise geplant aber nur wenig Zeit das Wesentliche zu recherchieren? Dann sind die 15 Top Survival Tipps genau das Richtige für dich!

Japan ist definitiv eine Reise wert. Die Kultur ist total interessant, es gibt die verrücktesten Dinge und viel Tradition, das Essen ist super vielfältig und die Japaner unglaublich freundliche Menschen.

Aber in Japan ist auch vieles ganz schön anders. Man versteht erst mal gar nichts. Und wenn ich sage gar nichts, meine ich gar nichts. Und niemanden. Man fühlt sich wie auf einem anderen Planeten. Die wenigsten Japaner sprechen Englisch. Nicht mal in den Grossstädten. Ich war sehr überraschst wie wenig Kommunikation möglich ist. Und es gibt noch einige andere Besonderheiten.

Damit du dich trotzdem entspannt auch alleine zurecht findest, kommen hier komprimiert unsere 15 Top Survival-Tipps aus fast vier Wochen selbst organisierter Japan-Rundreise:

  1. Besorg dir Internet! Ohne Google Maps wären wir oft aufgeschmissen gewesen. Selbst mit Internet auf dem Handy war die Suche jedes Airbnb’s in Japan noch eine aufregende Schnitzeljagd. Deshalb die absolute Empfehlung: Verlass dich nicht auf das sehr unstete öffentliche WIFI unterwegs. Wirklich gut hat eigentlich nur das bei 7Eleven und Starbucks (kostenlos!) funktioniert. Besorg dir statt dessen eine Travel SIM oder ein Pocket WIFI je nach Bedarf. Eine Travel SIM lohnt sich für allem bei etwas längeren Reisen und wenn man keine riesigen Datenvolumen benötigt. Im sehr schönen Blog von Wanderweib wird das sehr ausführlich beschrieben. Ich hatte mir die Travel SIM von BIC Camera besorgt und war damit sehr zufrieden. Die Karte ist 3 Wochen gültig und kostet ca. 2500 Yen. BIC Camera ist ein Elektrogeschäft, das es in allen grösseren Städten gibt, hier eine Ladenliste. Mobiles Internet kannst du nutzen für Google Maps Fusswege oder auch das schnelle Raussuchen der Bahnverbindung (ja das klappt damit überall wunderbar!), TripAdvisor für Restaurants (klappt auch aber viele sind dort gar nicht drin, hier gilt auch einfach ausprobieren) oder Übersetzer-Apps, die Gold wert sind wenn man vor allem das Essen in der Karte nicht versteht (es gibt zahlreiche im App Store). Daher der Top Survival Tipp schlechthin zuerst: Überall verfügbares Internet ist Grundvoraussetzung für entspanntes Reisen in Japan!
  2. Lerne ein paar Wörter Japanisch! Japaner sind unglaublich freundlich, super gastfreundlich und super bemüht zu helfen. Ich habe selten so liebe Menschen wie in Japan getroffen. Aber die Sprachbarriere ist oft ein echtes Problem, da bei vielen Dingen Hände und Füsse leider nicht helfen. Japaner sprechen wirklich, bis auf wenige Ausnahmen, ganz wenig Englisch. Das hat uns selber überrascht. Und sie sind oft zu schüchtern um es wenigstens zu probieren oder einen anderen Weg der Kommunikation zu finden. Ich habe das noch in keinem anderen Land so erlebt. Deshalb: Lerne zumindest ein paar Wörter wie Guten Tag „konnichi wa“, Tschüss „sayonara“, Danke „arigato“, ja „hai“, nein „lie“, Toilette „toire“, Rechnung „kaikei“, und je nachdem was du brauchst zum Beispiel auch den Satz, dass du Vegetarier bist oder ähnliches. Es gibt wie oben beschrieben verschiedene Apps, mit denen man japanische Worte einscannen kann und sie (halbwegs) übersetzt werden. Ein paar davon auf dem Handy zu haben kann nicht schaden.
  3. Nimm dir Taschentücher, Medikamente und Sonnencreme mit. Japaner schnäuzen sich nicht für Nase (sie ziehen sie hoch), es gibt de facto keine Taschentücher zu kaufen. Solltest du, wie ich, dazu neigen ab und zu einen Schnupfen zu haben nimm dir einen kleinen Vorrat mit. Aber versuche dich nicht in der Öffentlichkeit zu schnäuzen, das gilt als sehr unhöflich. Im Geschäft verstehst du fast nie was auf den Produkten steht. Es gibt sicher fast alles. Aber allein Kontaktlinsen-Flüssigkeit kaufen (ja es gibt welche, aber alles steht auf Japanisch drauf) hat mich an den Rande des Verstandes geführt. Sonnencreme gibt es, allerdings nur in Mini-Packungen, Japaner sonnen sich einfach nicht. Wenn du also planst, auch mal länger in der Sonne zu sein, dann bring dir die Sonnencreme lieber mit. Generell: Alles was du unbedingt brauchst an Pflegeprodukten und Medikamenten unterwegs, würde ich besser mitbringen. Es ist ziemlich frustrierend wenn man im Geschäft steht und tatsächlich einfach nicht versteht was auf den Produkten steht.
  4. Du brauchst Bargeld. Der 7Eleven ist dein Lebensretter. Der 7Eleven, eine Supermarktkette, die es zum Glück an jeder Ecke gibt, bietet dir in Japan: Kostenloses Wlan, einen Geldautomaten an dem du Barged bekommst und jede Menge Snacks. Insbesondere der Punkt mit dem Bargeld ist wichtig, nicht jeder Automat gibt jeder Karte Geld. Die Automaten im 7Eleven funktionieren immer. Alternative ist der Family Mart, hier klappte es auch immer. Bei der Post scheint es auch zu gehen, das haben wir allerdings nicht probiert. Bargeld ist essentiell in Japan, eigentlich ist es wie in Deutschland: nur sehr wenig kann mit der Kreditkarte bezahlt werden. Insbesondere in Restaurants braucht man fast immer Bargeld. Aber wie gesagt: Dafür gibt es ja den SevenEleven. Das Minimum was man abheben kann sind übrigens 10.000 Yen (ca. 60Euro).
  5. Besorg dir den Japan Rail Pass! Wenn du planst eine Rundreise zu machen besorg dir den Japan Rail Pass. Er erlaubt es dir auf allen JR (Japan Rail) Strecken mit fast allen Bahnen zu fahren, inklusive aller Shinkansen Hochgeschwindigkeitszüge (nur die 2 ganz schnellen Züge sind ausgenommen). Check das für dich nochmal individuell (Link Japan Rail Pass), ob es sich lohnt. Für uns war es super, vor allem auch, weil man mit dem Pass immer durch de Kontrolle laufen konnte, und nicht jedes Mal wieder aufs neue kompliziert Tickets kaufen musste. Wir haben nie Plätze reserviert, selbst in der japanischen Reisewoche „Golden Week“ nicht und hatten trotzdem immer einen Sitzplatz. Achtung: Dann nur in die Wagen „non-reserved“ setzen, da sind die Japaner selbst bei leeren Waggons sehr strikt. Den Japan Rail Pass solltest du noch von Deutschland aus reservieren!
  6. Bahnfahren leicht gemacht. Bahnfahren ist eigentlich auch ausserhalb des landesweiten JR Netzes, für welches der Japan Rail Pass gilt, gar nicht so schwer wie es auf den ersten Blick aussieht. Jede Stadt hat nochmal eigene Strassenbahnsysteme, für die ihr eigene Tickets braucht (der Rail Pass gilt hier nicht). Fast immer muss man auf einem grossen Plan, der über de, Ticketautomat hängt, die Station zu der man will, raussuchen (Tipp: Es gibt eigentlich neben dem „nur Japanischen“ Plan immer auch einen mit den Stationen auf Englisch/lesbarer Sprache, wenn ihr den gefunden habt ist alles einfach). Dann am Ticket-Automat auf „Englisch“ umstellen, Geld einwerfen (immer zuerst) und dann einfach unter Tickets die Zahl drücken, die du auf dem Plan gesehen hast für deine Station (z.B. 120 für 120 YEN). Damit dann durch die Schranken gehen, Ticket aufheben (!)  und NACH der Fahrt damit auch wieder durch die Schranken gehen. Falls du den falschen Betrag gezahlt hast ist das kein Problem, du kannst beim Ankommen immer bei dem „Fare Adjustiert“ Automaten nachzahlen.
  7. Sei lernfähig und offen für fremde Traditionen! Stichwort: Kloschlappen. In Japan gilt: Schuhe aus im Haus. Und Schlappen an. Schuhe Anlassen in strikt verboten, ich habe es ein paar mal vergessen und wurde von den sonst so freundlichen Japanern immer gerügt. Und es gibt manchmal sogar noch Kloschlappen. Also normale Schlappen aus, Kloschlappen an und nach dem Toilettengang wieder Kloschlappen aus (wichtig !!) und normale Schlappen wieder an. Puh. Manchmal musste man ganz schön mitdenken!
  8. Sei mutig für alles was die japanische Speisekarte zu bieten hat! Das Essen in Japan ist viel mehr als Sushi. Und selbst das Sushi was du kennst, wirst du in Japan nicht bekommen. Lachs mit Avocado? Gibt es nicht! Die Gerichte sind vielfältig und lecker,  jede Region hat ihre ganz eigenen Spezialitäten. Aber du wirst meist die Speisekarte nicht lesen können. Und selbst wenn „Englisch Menue“ angeboten wird ist das nicht immer klar, was sich hinter den einzelnen Gerichten verbirgt. Deshalb gilt: Einfach bestellen. Testen und überraschen lassen. Offen sein für alles. Am besten sogar in ganz kleinen Läden, da haben wir die lustigsten Erfahrungen gemacht und uns wurde viel zum Probieren gegeben. Fast alles was wir gegessen haben war lecker. Und gar nicht so teuer wie man denkt. Einen sehr füllenden Okonomiyaki (japanischer Pfannkuchen) zum Beispiel gibt es für ca. 8 Euro.
  9. Frühstück wie wir es kennen ist in Japan nicht so leicht zu bekommen. Für Frühstücksliebhaber also eher schlechte Nachrichten, es sei denn ihr gönnt euch teure internationale Hotels. Unsere erste Anlaufstelle war meistens Starbucks, wobei der Kaffee zwar gut, die Frühstücksteilchen aber ziemlich trocken sind. Obst gibt es generell nur ganz wenig und es ist teuer. In den grossen Städten wie Osaka und Tokyo hatten wir Glück und haben ganz nette Cafés gefunden wo es auch mal Pancakes gab oder ein leckeres Sandwich, manchmal gab es auch Bäckereien mit guter Auswahl. Für Obst und Joghurt Freunde: Am besten in einem grossen Supermarkt ein bisschen Obst kaufen (es gibt wenig Auswahl und ist teuer) und morgens selber zubereiten.
  10. Handdesinfektionsmittel mitbringen. Eigentlich ist Japan sehr sauber. Allerdings haben die Japaner zwar verrückte und moderne Toiletten (siehe nächster Punkt), aber Seife und Handtücher fehlen meist auf öffentlichen Toiletten. Wenn du trotzdem ein sauberes Gefühl haben möchtest, bringe dir besser ein Handdesinfektionsmittel mit. Handtücher tragen die Japaner wohl selber mit sich, das erklärt, warum es auf den Toiletten keine Möglichkeiten zum Händeabtrocknen gab. Wir haben uns mit Taschentüchern begnügt.
  11. Toilettenbedienung leicht gemacht. Die Japaner haben grossartige Toiletten. Sie geben Wassergeräusche von sich für mehr Privatsphäre, sind oft beheizt, geben einen Duft ab, man kann eine Dusche des Po’s hinten und auch weiter vorne haben und sich trocken föhnen lassen. Unbedingt alles mal ausprobieren! Wichtig und ein bisschen tricky ist aber vor allem überall die Spülung zu finden und eben nicht aus versehen den Wasserstrahl zu aktivieren. Hier eine kleine Zeichenhilfe:  おしり – Wasserstrahl
    やわらか – Sanfter Wasserstrahl 
    ビデ – Wasserstrahl vorne 
    乾燥– Föhn 
    パワー脱臭– Geräusche für mehr Privatsphäre
    止 –Stop des Wasserstrahls大  – Spülung , 小 – Spülung Eco  
  12. Kissentipp für Bauch- und Seitenschläfer. Falls du gerne auf dem Bauch oder der Seite schläfst, denk darüber nach ob du dir ein Reisekissen mitbringen willst. Wir haben generell mit den japanischen Betten (Futon auf dem Boden ausgerollt) nicht die gemütlichsten Erfahrungen gemacht. Insbesondere die Kissen waren oft viel zu fest und zu dick – für Bauchschläfer gar nicht gut. Auch bei der Hotel-, Hostel- , oder Airbnb-Buchung empfiehlt es sich bei den Bewertungen darauf zu achten wie bequem die Betten sind. Wenn ihr Pech habt schlaft ihr sonst mit Isomattenfeeling quasi auf dem Boden. Man gewöhnt sich dran aber richtig schön ist es nicht.
  13. Probiere ein Onsen aus, aber richtig. Wir waren nur einmal im Onsen, einem traditionellen japanischen Badehaus. Es gibt aber sehr, sehr viele in Japan, eigentlich überall. Ein paar Orte sind sogar berühmt dafür. Wir waren in Matsuyama im ältesten japanischen Onsen, dem Dogo Onsen. Super Erfahrung und gar nicht so kompliziert, wie es am Anfang erscheint. Zuerst: Wenn du ein Tattoo hast, frage vorher nach oder checke im Internet ob das Onsen damit ein Problem hat (im Dogo kein Problem). Es gibt einige, in die darf man mit Tattoo nicht rein (Tatoos tragen in Japan die Mafiosi). Wenn das geklärt ist, einfach an den Ticketschalter gehen, Karte kaufen und den sehr netten Anweisungen folgen. Männer und Frauen sind getrennt. Wichtig ist nur, dass man sich nach dem Ausziehen in der Umkleide (ja nackt ausziehen) im Bad dann erst mal auf einen Hocker setzt und von oben bis unten abseift und abspült bevor man in das Badebecken selber geht. Zum Waschen ein kleines Handtuch verwenden, was man am Eingang leihen kann. Das Bad ist sehr warm, mehr als 15 Minuten hält man kaum aus. Das kleine Handtuch darf NICHT ins Wasser, am besten auf den Kopf legen. Sieht auch sehr traditionell aus 😉 Danach wieder auf den Hocker setzen und abspülen. Je nach gebuchtem Paket wird euch noch ein Tee serviert, der im Hocken eingenommen wird im Ruheraum. Das ganze hat mit unserem „Wellness“ nicht viel zu tun, es ist eher ein Wasch-und Baderitual und ausser in der Wanne selbst nicht sehr gemütlich. Aber gemütlich ist es in Japan sowieso selten 🙂
  14. Treffe Locals z.B. über Airbnb Experiences. Haben wir ein paar mal gemacht und es war total bereichernd. Hier sucht man sich einfach einen Kurs oder eine Aktivität aus, zahlt dafür online per Kreditkarte (meist deutlich günstiger als von offiziellen Anbietern) und ein Local bringt einem dann sein Stadtviertel nahe oder man kocht gemeinsam etc. Wir haben zum Beispiel ein Sake Testing inklusive einem Rockbar-Besuch gebucht in Osaka, hatten viel Spass und haben recht viel gelernt. Zum krönenden Abschluss haben wir eine sehr authentische Bar besucht mit Live Musik, die wir normalerweise nie gefunden hätten.
  15. Für Raucher. Rauchen ist in Japan in vielen Cafés, Restaurants und Bars noch erlaubt. Lustigerweise aber auf der Strasse nicht. Insbesondere in grossen Städten gibt es sogar Strafen dafür. Daher am besten in der Bar rauchen und auf der Strasse wenn es sein muss verstecken oder auch hier vor einem Laden wie dem 7Eleven stehen bleiben, hier gibt es Raucherzonen. Zigaretten sind im Vergleich günstig und sehen noch hübsch aus ohne diese ganzen hässlichen Bilder 😉

Wenn du noch mehr Fragen hast schreib mir gerne. Japan ist wirklich außergewöhnlich und mit ein bisschen Vorbereitung heutzutage auch einfach zu bereisen. Viel Spaß beim Entdecken!

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2 thoughts on “15 Top Survival Tipps für deine individuelle Rundreise durch Japan”

  1. Hallo,
    Ich bin durch Zufall auf deiner Blogseite gelandet.
    Dein Bericht finde ich wirklich informativ und hilfreich.

    Hast du noch ein paar „Überlebenstipps“ für eine blutige Anfängerin?
    Ich möchte in den nächsten Jahren nämlich auch mal nach Japan und bin auf der Suche nach ein paar Tipps, die ich für mein privates Journal nutzen kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jacqueline

    1. Hi Jacqueline, Danke!! Suchst du nur Japan Tipps oder Reisetipps generell? Im Grunde genommen ist Japan ein leicht zu bereisendes Land, da alles sehr gut ausgebaut ist. Das schwierigste fand ich die Kommunikation, da nur sehr wenige Englisch gesprochen haben. Auch wenn ich erprobte Allein-Reisende bin, war ich doch froh mit einer Freundin da zu sein, weil ich es schwer fand mit Einheimischen in (echten) Kontakt zu kommen dadurch. Wenn du noch Fragen hast, dann schreib mir gern! Alles liebe und tolle Reise, Nina

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