In Kolumbien: Reise von Medellin nach Salento – Highlights und die besten Erlebnisse…

„Du musst nach Kolumbien, da ist es so schön!“ „Tolles Land!“ „Du wirst es lieben, da gibt’s alles über Berge, schönen Städte, Dschungel und Meer!“

All diejenigen, die die letzten Jahre in Kolumbien waren, haben mir nahe gelegt es auf keinen Fall auszulassen. Also stand das Land im Nordwesten Südamerikas auf meiner To-See Liste ganz oben.

Medellin – Tipps und Highlights 

Von Brasilien bin ich also nach Medellin in Kolumbien geflogen. Eine Stadt, die insbesondere in der Digitalen Nomadenszene gerade sehr beliebt und in aller Munde ist. Ich wollte mir mit eigenen Augen ein Bild machen und habe mich zehn Tage in ein eigenes kleines Apartment eingemietet. Wenn man von Rio der Janeiro nach Medellin kommt, haut einen die Stadt nicht direkt um. Kein Wunder: Rio setzt in Sachen landschaftliche Reize und Highlights echt hohe Maßstäbe. Aber auch Medellin liegt sehr schön in einem Tal inmitten von bergiger Landschaft. Die Häuser sind alle in einem rotbraun-backsteinfalben gehalten, so dass sich von Weitem ein recht ebenmässiges Stadtbild bietet.

Bei näherem Hinschauen gibt es aber deutliche Unterschiede in den Stadtvierteln. So hat Medellin sehr moderne und internationale Viertel, mit schickem modernen Hochhäusern, die atemberaubende Ausblicke aus den oberen Etagen bieten z.B. in El Poblado. El Poblado ist generell „das“ Touristenviertel. Einige Ecken beheimaten richtig kreative Klamotten- und Designläden, wie man sie in hippen europäischen Großstädten finden kann. Es gibt Restaurants für wirklich jeden Geschmack, auch Veganer oder Sushi-Fans werden hier fündig. Und alles zu verkraftbaren Preisen. Ich habe diese Vielfalt an Essen geliebt! Daneben findet man zahllose Bars und Clubs, die Ausgehszene ist legendär. Und natürlich sieht man jede Menge junger Leute der Nomadenszene in Cafés mit ihren Laptops sitzen, wenn sie nicht in einem der vielen Coworking-Spaces eingecheckt sind. Und das Viertel ist sehr grün, manchmal fühlt man sich fast wie im Dschungel.

Auch die Gegend rund um Laureles ist sicher und es gib viele nette Restaurants, Bars und Coworking Spaces. Hier ist es vielleicht noch ein bisschen weniger voller Ausländer, man bekommt ein bisschen mehr vom echten Medellin mit und die Preise in den Restaurants und auch zum Wohnen sind günstiger. Im Stadtzentrum und anderen früher sehr schwierigen Vierteln hat sich in den letzten Jahren zum Glück einiges getan. Ehemals die gefährlichste Stadt der Welt, hat sich Medellin ziemlich gemausert und die Einwohner sind sehr stolz darauf. Vor allem auch auf ihre Strassenbahn, die einzige in Kolumbien. Sie bringt Kolumbianer und Touristen bequem, schnell und günstig durch die ganze Stadt. Aber Achtung: Es gibt immer noch Viertel, in die man besser nicht freiwillig gehen sollte. Im Stadtzentrum wurde mir beinahe mein Geldbeutel geklaut, am helllichten Tag und während einer Free Walking Tour. Also nicht zu sehr in Sicherheit wiegen und auf alle Wertgegenstände aufpassen. Es ist immer noch Kolumbien. Und Nachts einfach ein Taxi oder Uber nehmen und nicht alleine quer durch die Stadt marschieren.

Medellin hat nicht viele „Sehenswürdigkeiten“ im klassischen Sinn. Trotzdem hat es mir gut gefallen. Was Medellin für mich besonders gemacht hat: Die Atmosphäre. Die Kolumbianer sind super freundlich und tatsächlich immer noch sehr froh darüber, dass nach so vielen Jahren Drogenkrieg und Gewalt nun tatsächlich Touristen aus aller Welt zu Besuch kommen. Das spürt man förmlich bei jeder Begegnung, man wird tatsächlich mit unglaublich offenen Armen empfangen. Die Stimmung ist voller Aufbruch und Stolz auf die Entwicklung der Stadt und des Landes. Und in Medellin lässt es sich zudem auch einfach sehr gut und sehr günstig leben als Ausländer. Das Klima ist ideal, es sind immer so zwischen 25 und 30 Grad. Selbst nachts reichen Jeans und T-Shirt. Digitale Nomaden schätzen das schnelle Internet, die Ausgehmöglichkeiten und viele Gleichgesinnte. Warum also nicht? Auf Dauer würde mich das Meer fehlen, ehrlich gesagt, aber für eine Weile lässt es sich ganz gut aushalten in der Stadt des ewigen Frühlings.

Nicht verpassen sollte man in Medellin:

  1. Die Free Walking City Tour. Es gibt verschiedene Anbieter, ich war mit „Realcitytours“ unterwegs. Die Kolumbianer sind wie gesagt sehr stolz auf ihre City und unsere Guide hat uns mit voller Leidenschaft ihre Stadt gezeigt und über die Geschichte erzählt. Am Ende entscheidet man selber, ob und wieviel Trinkgeld man geben will. Am besten meldet man sich vorher Online an, dann bekommt man auch den genauen Standort mitgeteilt. Aber sie nehmen einen meist auch ohne Anmeldung mit.
  2. Paragliding über Medellin. Ich liebe Höhe, Abenteuer und ich liebe es Städte von oben zu sehen. Das Paragliding in Medellin bietet genau das. Klar, ist es nicht für jedermann und man muss sich überlegen wieviel Risiko man eingehen mag. Ich habe es jedenfalls sehr genossen über die City zu gleiten. Anbieter gibt es auch hier auch verschiedene. Ich war mit „ParaglidingMedellin“ unterwegs und kann es soweit empfehlen. Ich hatte das Paket online gebucht, bei dem man oben an der Seilbahn abgeholt wird (man muss selber mit den Bahn auf den Berg fahren) und zur Starterwiese gebracht wird. Daran denken genug Geld einzupacken, ich hatte es vergessen und musste mir die umgerechnet 80 Cent für die Rückfahrt mit den der Bahn „leihen“.
  3. Eine Tour mit der Seilbahn machen. Wenn man das Paragliding unternimmt hat man dieses Event gleich inklusive und das wie gesagt für ganz kleines Geld. Die drei Seilbahnen von Metrocable gehören in Medellin zum öffentlichen Verkehrsnetz und bringen die Kolumbianer auf die umliegenden Hügel. Mit einer von ihnen, im Nordosten der Stadt, gelangt man nach Santo Domingo Savio, wo der Parque Biblioteca España liegt. Eine weitere verbindet die Comunas 7 und 13 im Westen mit der Metrostation San Javier. Und die letzte bindet den Park Arvi in der Ortschaft Santa Elena an den Rest des Systems an. Wenigstens einmal sollte man sie nutzen, aussteigen ist optional (vorher informieren wo es sicher ist!), aber die Aussicht ist toll!
  4. Comuna 13 Tour. Comuna 13 ist ein Viertel in Medellin, was ehemals zu den gefährlichsten und ärmsten gehörte. Immer noch ist es nicht wohlhabend, aber zumindest sicher und hat es aufgrund der spannenden Geschichte, faszinierender Streetart und einer riesigen Open-Air-Rolltreppe, die den Zugang massiv verbesserte, zu den Lieblingen der Touristentouren geschafft. Die Free Comuna 13 Tour ist dennoch ein Highlight. Die Geschichte ist tatsächlich sehr interessant und die Guides sind auch hier super engagiert und stammen meist aus der Comuna 13.
  5. Botanischer Garten Medellin. Sehr schöne grüne Oase in einer Stadt, die ansonsten wenig Parks hat. Definitiv schön um Natur und Ruhe zu tanken und schön anzusehen. Achtung: Früh los, macht gegen 16 Uhr zu.
  6. Eine Party-Nacht in El Poblado. Die Party-Nächte in El Poblado sind legendär, insbesondere am Wochenende ist hier unglaublich viel los. Ich würde sagen: Einfach losziehen, ein paar Drinks in einer der Bars trinken und dann weiterziehen in einen der zahlreichen Clubs. Besonders witzige Bar ist die Bar La Octava mit einem zum Bällebad umgewandelten Pool. Stay playful!
  7. Tagesausflug nach Guatape und zum Piedra del Peñol. Ein absolutes Must-See sind Guatape und der Piedra del Peñol. Man kann entweder länger bleiben und ein paar Übernachtungen einplanen oder einfach einen Tagesausflug von Medellin unternehmen. Man fährt dann morgens früh mit dem Bus los und ist ca. 2 Stunden unterwegs. An heißen Tage würde ich empfehlen zuerst den 220m hohen Piedra del Peñol zu besteigen, da es gute Kondition erfordert die riesige Treppe hochzukraxeln. Aber der grandiose Ausblick entlohnt für alle Mühen! Guatape liegt eine Bus-Station weiter und hat ein sehr hübsches historisches Zentrum mit unglaublich farbenfroh angemalten Häusern und netten Cafés und Shops. Ich habe mich sofort verliebt in dieses Städtchen! Gegen 17h spätestens sollte man sich auf den Rückweg nach Medellin machen (Achtung, checken wann der letzte Bus fährt!).

Salento und die Kaffeeregion 

Nach zehn Tagen in Medellin ging es für mich weiter in die Kaffeeregion nach Salento mit einem kleinen Zwischenstopp in Manizales. Salento liegt südlich von Medellin. Die Region ist bekannt für wunderschöne Natur z.B. auch das Valle de Cocora und für den besten Kaffee.

Die erste Frage: Wie kommt man denn nun von Medellin nach Salento? Ich bin zunächst mit de Bus von Medellin nach Manizales gefahren. Der Bus sollte 3 Stunden dauern, in echt waren es aber wegen vieler Baustellen dann 6. Darauf muss man sich in Kolumbien einstellen. Busse fahren regelmässig vom Busterminal ab. Am besten in der aktuellen Unterkunft danach fragen oder online nachschauen…

Manizales habe ich mir gar nicht angesehen. Zu faul 😉 Und die View von meinem Hostel war einfach zu schön. 1-2 Nächte kann ich hier wärmstens empfehlen wenn man aus der City kommt und naturhungrig ist. Das Hostel/Hotel heißt Mirador Finca Morrogacho und liegt auf einem der umliegenden Berge wunderschön eingebettet in die Natur. Das Essen dort ist auch sehr lecker!

Von Manizales kommt man nach Salento über Perreira. Hier muss man einmal umsteigen nach Salento. Beide Strecken dauern ungefähr eine Stunde. Tickets muss man hier nicht im Voraus kaufen, sondern einfach nur zum Busbahnhof und den nächsten Bus nehmen. In Salento angekommen landet man entweder auf dem Hauptplatz oder am Busbahnhof. Stell dich darauf ein dein Gepäck dann erst mal eine Weile durch die Gegend zu tragen. Taxis gibt es nicht. Einheimische bieten ihre Hilfe mit Karren an… mein 20 Kilo Rucksack war trotz Rollen ganz schön schwer nach 20 Minuten laufen. Puh 😉

In Salento kann ich das Coffee Tree Boutique Hostel sehr empfehlen. Schön eingerichtet, tolle Lage, die Zimmer sind in Ordnung, die Betten bequem und das Frühstück lecker! Salento selber hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein kleines Örtchen mit bunten Häuschen, zahlreichen Restaurants und Cafés umgeben von Natur. Alles sehr entspannt hier. Ich bin ganze 6 Tage hängengeblieben.

Was sollte man in Salento gemacht haben? Highlights & Tipps.

  1. Das Cocora Valley. Mitten in der grünen, hochgelegenen Kaffeezone befindet sich das Valle de Cocora in einer Höhe zwischen 1.800 und 2.400 Metern über dem Meeresspiegel. Inmitten von Im Nebel liegender Berggipfel liegt dieses idyllische Tal voll mit riesigen Wachspalmen. Fast ein bisschen unwirklich kommt es einem vor. Die sattgrünen Wiesen, die hochgewachsenen Palmen, die Berge im Nebel. Und auf jeden Fall einen Besuch wert. Auf der ca. 5-stündigen Wanderung durch das Tal läuft man über Wiesen, Wälder und durch einen kleinen Dschungel. Sie ist also auch sehr abwechslungsreich und leicht zu bewerkstelligen. Man kann die Tour auch zu Pferd unternehmen, aber zu Fuß war es auch ein tolles Erlebnis!
  2. Durch die Gässchen von Salento streifen. Einfach mal treiben lassen in den kleinen bunten Gassen des Dorfes. Der Hauptplatz ist das Zentrum, hierum liegen Banken, die Touristeninformationen und ein paar Restaurants. Drumrum findet man kleine Straßen, teilweise mit sehr netten bunten Souvenirshops aber auch echt authentischen Restaurants.
  3. In einem der Restaurants solltest du auf jeden Fall die Spezialität Salentos probieren – Forelle! Super lecker und günstig mit Reis und Bananenships serviert.
  4. Wenn man die Hauptstraße, die Calle Real, entlanggeht kommt man irgendwann zum Mirador de Salento, einem Berg am Rande Salentos, den man schon von Weitem sehen kann. Man steigt einfach die Treppen hoch und hat eine sehr schöne Aussicht auf die Stadt und das Tal.
  5. Besuche eine Kaffefarm. Hey, du bist in der Kaffeeregion! Da darfst du das natürlich nicht auslassen. Über mein Hostel habe ich mich dort anmelden lassen und bin dann selber hingelaufen (ca. 1 Stunde), man kann aber auch mit einem der Jeeps mitfahren die immer am Hauptplatz warten. Der Besuch an sich war echt interessant, wir haben Kaffee geerntet und uns wurden die einzelnen Schritte der Kaffeeherstellung sehr anschaulich erklärt. Am Ende gab es noch einen Kaffee gratis. Ich war danach wirklich ein bisschen schlauer! 🙂

Von Salento bin ich dann über Perreira nach Bogota geflogen. Nach einer kleinen Kolumbien-Pause (in Kuba) bin ich zurück an die Karibikküste des Landes gekommen. Von Barranquilla über Santa Marta, zu den umliegenden Stränden, nach Cartagena… und gerade sitze ich an meinem absoluten Happy Place, dem Fischerörtchen Rincon del Mar… mehr dazu in einem der nächsten Posts 🙂

Viel Spaß beim Erkunden dieser wunderschönen Region, es hat mir wirklich sehr gut gefallen!!! Enjoy! ♥

Hast du Fragen dazu? Dann frag immer gerne in den Kommentaren? Oder magst du noch was ergänzen, auch total gern!


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