Nach 15 Monaten auf Reisen bin ich nun zurück in Deutschland. Habe einen ganzen Monat im Büro gemeistert. Bin zurück im alten Leben. Aber es ist doch alles anders…

Ich habe ihn überstanden den ersten Monat wieder im Job. Im Büro. YAY! Und natürlich fragt mich jeder: Und wie isses?!? Ich weiß nicht, was sie erwarten zu hören. Natürlich ist es NICHT genauso cool wie um die Welt reisen 😉 

Aber, es wäre auch falsch zu sagen, dass es langweilig ist. Ich bin ja nicht wieder genau in mein altes Leben zurück, sondern nochmal in einer völlig neuen Stadt gelandet. Berlin. Deutschlands Hauptstadt. Scheinbar aktuell eine der angesagtesten Städte der Welt. Und ich kenne sie eigentlich nicht wirklich. Außer ein paar Wochenenden bei Freunden habe ich hier noch sehr wenig Zeit verbracht. Wahrscheinlich wird es mal Zeit! Und, es ist tatsächlich ein bisschen wie immer noch unterwegs sein. Immer noch entdecke ich jeden Tag etwas Neues. Gar nicht so viel wie ich wollen würde, weil mir die Zeit fehlt. Aber täglich denke ich: Oh cool, in diese Ecke muss ich nochmal für länger kommen!

Ich treffe auch wieder viele neue Menschen und alte Freunde. Und lustigerweise auch viele Leute wieder, die ich beim Reisen kennengelernt habe. Ich habe in den letzten Wochen schon Freunde getroffen, die ich in Brasilien, Australien und Spanien kennengelernt habe. Verrückt irgendwie. Und dann stecke ich natürlich in einem völlig neuen Job, bei dem ich in wenigen Tagen ziemlich viel Input und neue Aufgaben bekommen habe. Es ist also eben nicht wieder alles so wie zuvor. Sondern im Gegenteil – nochmal alles neu. Wie nun seit mehr als 15 Monaten. Und das ist auch gut so. Auch wenn es hin und wieder wirklich anstrengend ist. Aber es hindert mich daran es mir wieder zu gemütlich zu machen… 

Denn, ich gebe es zu: Das ist eine echte Gefahr. Du kommst zurück mit großen Ideen und Plänen. Vielleicht nicht mal von einer Weltreise sondern nur von einem tollen, langen, inspirierenden Urlaub. Oder einem tollen Seminar. Es fühlte sich alles so leicht und frei an und du bist voll motiviert bestimmte Ideen mal anzugehen. Und dann „musst“ du zurück in einen Officejob, der meist ja mehr so 9-to-7 ist (als 9-to-5). Oder gar noch mehr Zeit beansprucht. Und ganz ehrlich, dann ist der Tag eigentlich auch schon rum. Du bist müde. Oder willst noch zum Sport. Oder Freunde treffen. Oder einfach nur auf die Couch. Und wenn das Wetter dann noch so bescheiden ist wie in diesem Mai, dann ist die Couch die verlockendste Alternative. Und es ist Mai und nicht Dezember!! Ich hatte vergessen wie unmotivierend nasskaltes Wetter ist. Deutsches Wetter halt. BRRRR. Dass es da wirklich fast am schönsten ist im warmen Büro mit Blick aus dem Fenster und einem Pläuschchen in der Kaffeeecke des Grossraumbüros. Grosse Visionen adé, hauptsache nicht frieren oder naß werden und genug Koffein tanken und irgendwie alle Projekte schaffen.

Nein, ich kann mich nicht beschweren. Mein neuer Job ist sehr gut. Interessant. Meine neue Kollegen sehr nett. Das Büro liegt mega zentral mitten in Berlin. Ich hatte wirklich Glück. Ich bin sehr dankbar, dass ich so schnell und unkompliziert einen Job gefunden habe, der so gut gepasst hat. Ein Vorstellungsgespräch noch aus Kolumbien. Ich kann nun eine Weile meinem altbekannten Business nachgehen und mein Konto wieder etwas anfüttern. Das hat es auch langsam wirklich nötig 😉 Und daneben ist es auch ein super Double-Check: Ich merke wieder welche Teile meines Jobs ich schon immer gern gemacht habe, was mir wirklich Spaß macht und was alles echt Luxus ist am Konzernleben (ja es hat wirklich auch seine Vorteile, keine Frage!)… aber auch welche Anteile dieses Lebens ich immer noch nicht mag. Es ist eine gute Bestätigung dessen, worüber ich in den letzten Monaten viel nachgedacht habe. Und ich weiß: Mein Berlin-Leben gibt es erstmal nur für ein paar Monate. So wollte ich es und so will ich es noch immer. Nächstes Jahr wird es wieder heißen: Alles neu! Und das ist auch sehr gut so. Und ich freu mich jetzt schon drauf. Ich liebe diese ständige Veränderung noch immer.

Und vielleicht auch noch die Message an dich, nicht nur zwischen den Zeilen: Wir haben sooo viel Angst davor unser altes bequemes Leben aufzugeben für eine Veränderung. So viel Angst davor, einen „sicheren“ Job zu kündigen, ein gut eingespieltes Leben aufzugeben. Oder irgendetwas anderes loszulassen was uns im Zweifel vielleicht gar nicht mehr gut tut. Aber hey, ich bin das beste Beispiel dafür, dass es eigentlich keinen rationalen Grund für diese Angst gibt. Und glaub mir, ich hatte diese Ängste auch! Und nun? Habe ich noch vom Ausland aus sehr entspannt einen Job gefunden, der genau das war, was ich wollte. Es ist sogar in Kolumbien direkt vor dem Interview das Internet im ganzen Viertel ausgefallen und aus einem Video- wurde dann notgedrungen ein Audiotelefonat. Aber es hat trotzdem geklappt. Ich glaube nicht mal weil ich so unglaublich gut bin (wer weiß 😉 ), sondern weil ich einfach in den letzten Monaten nie daran gezweifelt habe, dass es klappen wird! 

Einziger Wehmutstropfen – momentan habe ich manchmal das Gefühl, dass mir die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt. Die Tage sind wieder so pickepackevoll und mir fehlt diese wunderbare Freiheit meine Zeit selber einteilen zu können. Ich jette hin und her zwischen Berlin, Frankfurt und Düsseldorf. Ich verbringe Zeit mit Menschen, die mir wichtig sind. Meiner Familie und meinen Freunden. Es ist alles gut. Ich bin im Flow und kann mich über rein gar nichts beschweren. Aber manchmal fehlt mir Zeit zum Atmen und Denken. Ich bin wirklich oft einfach nur müde. Und ich fühle EUCH, diejenigen unter euch, die dieses ausfüllende Alltags-Office-Leben so auch leben. Ich hatte fast vergessen, wie schrecklich voll ein ganz normaler Alltag ist. Und wie wenig Zeit, und vor allem auch Energie, einem bleibt sich mal mit sich selber, seinen Wünschen und Zielen auseinander zu setzen. Oder, wenn man diese eigentlich klar vor Augen hat, dann daran weiter zu arbeiten und sie in die Tat umzusetzen.

Und, nach diesem ersten Monat zurück in Deutschland und im Bürojob wird mir tatsächlich nochmal wieder klarer warum ich das alles gemacht habe. Warum ich raus wollte. Warum ich reisen wollte. Was mich angetrieben hat und vor allem immer noch antreibt. Vielleicht jetzt noch mehr und klarer als jemals zuvor. Und ich weiß nochmal mehr warum ich so ein absoluter Verfechter von Sabbaticals und Auszeiten geworden bin. Insbesondere nach vielen Jahren im Job. Es geht nicht darum, dass du dein Leben komplett ändern wirst oder sollst. Aber diese Horizonterweiterung, die du dadurch bekommst und die Zeit endlich mal eine Weile nur du selbst zu sein ohne wenn und aber ist einfach sooooowas von unbezahlbar! Ich sehe die Welt mit ganz anderen Augen. Ich sehe die Käfige und Beschränkungen, die wir uns selbst auferlegen aus einer ganz anderen Perspektive. Aber auch den Luxus, in dem wir leben und der uns paradoxerweise träge und ängstlich macht. Ganz ernsthaft, wenn du nur ein ganz kleines bisschen über eine Auszeit nachdenken solltest: TU ES! Es ist eines der besten Dinge, die du dir selber in deinem Leben schenken kannst!

Trotzdem muss auch ich immer noch viiiiel lernen: Langsam zu machen zum Beispiel. Durchzuhalten. Dran zu bleiben. Zu Vertrauen. Geduld zu haben. Diszipliniert zu sein. Nicht alles auf einmal zu wollen. Mich nicht zu verzetteln. Fokus auf Prioritäten zu setzen. Einzusehen, das alles seine Zeit braucht und alles seine Zeit hat. Wie sagt man so schön: „Trust the process“. Manchmal will ich mich einfach nur an den Strand zurück beamen. Oder zurück in eine der anderen coolen Städte, in denen ich die letzten Monate verbracht habe. Ich vermisse das Meer sehr. Das Meer ist mein Happy Place. Die Palmen. Sonnenuntergänge am Strand. Ganz oft vermisse ich den blauen Himmel und die Sonne. Die Leichtigkeit. Die Freiheit. Das Fremde. FlipFlops jeden Tag. Die Wärme. Ich habe zugegebenermaßen mehr Fernweh als ich jemals Heimweh hatte. Seit Neuestem mache ich wieder jeden Morgen wenigstens 20 min Yoga. Auf der Matte in meinem kleinen Apartment. Statt am Beach. Aber der Effekt ist fast der gleiche. Macht den Kopf frei, macht dich innerlich ausgeglichen und gibt dir positive Energie für den Tag. Ich weiß, dass wahre Freiheit nichts mit den Umständen zu tun hat, sondern mir der eigenen Einstellung. Und ich weiß auch, dass ich mir das, was ich gerade manchmal vermisse, bald wieder in mein Leben holen werde. Aber alles zu seiner Zeit.

Bis es soweit ist habe ich mir vorgenommen mein spannendes neues Zuhause-auf-Zeit besser kennenzulernen. Wenn es dann vielleicht endlich doch mal Sommer wird, macht das auch mehr Spaß. Denn ich habe mir sagen lassen: Es gibt nichts besseres als Sommer in Berlin! Na dann. Komm mal her mein Freund der Sommer. Und alle anderen Freunde, kommt mich mal besuchen. Ist gar nicht so übel hier… im Sommer…sagen zumindest alle… 😉

TRUST THE PROCESS ♥ BE PATIENT WITH YOURSELF, NOTHING IN LIFE BLOOMS ALL YEAR ♥ OLD WAYS DON’T OPEN NEW DOORS ♥ YOU GET IN LIFE WHAT YOU HAVE THE COURAGE TO ASK FOR ♥


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